Trigger E-Mail

Mit Trigger E-Mail oder Trigger Mail werden Emails bezeichnet, die anlassbezogen oder auslöserbezogen versendet werden. Der Anlass ist ein vorher definiertes Ereignis, durch das eine automatisierte Email versendet wird. Geburtstage von Kunden, spezielle Rabattaktionen oder Anmeldungen für Newsletter können Anlässe oder Auslöser für die automatisierte Versendung von Emails sein.

Allgemeine Informationen zum Thema

Während herkömmliche Werbemails oder Newsletter in regelmäßigen Abständen verschickt werden, werden Trigger Mails nur versendet, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt oder eine Bedingung erfüllt wird. Trigger Mails sollen, wie andere Marketingkampagnen auch, zu bestimmten Handlungen der Nutzer führen. Diese sollen zum Beispiel die Wahrnehmung der Marke stärken, die Absätze erhöhen oder die Kundenbasis vergrößern. Auch Loyalitäts-Programme oder Maßnahmen zur Online-Kundenbindung kommen in Frage.

Arten von Trigger Mails

Im Trigger Based Marketing werden folgende Anlässe genauer bestimmt:[1]

  • Willkommens-Nachrichten: Sobald sich ein Nutzer neu registriert oder ein Kunde sich mit seinen Daten anmeldet, wird eine Mail versendet.
  • Dankeschön-Mails: Wenn ein Kunde einen Kauf getätigt hat, erhält er ein Dankeschön für sein Vertrauen in die Produkte oder Dienstleistungen des Anbieters.
  • Transaktionale Mails: Bei abgeschlossenen Bestellvorgängen wird eine Email versendet, die dem Kunden zum Beispiel den Kauf bestätigt oder eine Rechnung zukommen lässt. Auch der Versand des Produktes kann bestätigt werden. In diesem Fall bekommt der Kunde zudem oft die Möglichkeit, die Sendung des Produktes anhand eines Codes zu verfolgen.
  • Aktivierungs-Mails: Nimmt ein Kunde ein bestimmtes Produkt in Anspruch, kann der Anbieter ihm bei der Verwendung helfen, indem er ihm Funktionen erklärt. Wenn das Produkt aktiviert werden muss, kann der Anbieter den Kunden über den nun zur Verfügung stehenden vollen Funktionsumfang benachrichtigen.
  • Afterbuy-Mails: Kundenbefragungen und Kundenbewertungen sind Mittel, die nach dem Kauf eines Produktes zum Einsatz kommen können.
  • Spezielle Promotionen: Maßnahmen in den Bereichen Up- und Cross-Selling können anhand der Kundenhistorie und spezieller Rabattaktionen mit Trigger Mails umgesetzt werden.
  • Verhaltensbezogene Mails: Verschiedene Daten aus der Kundenhistorie und Webanalyse können als Ereignisse für Trigger Mails verwendet werden. Insbesondere der Gebrauch von Kundendaten, wie das Suchverhalten oder der Browserverlauf, ist mit Vorsicht zu genießen. Unter Umständen schrecken solche Taktiken die Kunden ab, wenn diese den Eindruck haben, dass der Anbieter nicht sorgfältig mit den Kundendaten umgeht.
  • Zeitbezogene Mails: Ein Kunde hat Geburtstag und erhält eine elektronische Geburtstagskarte und einen personalisierten Promotionscode. Namenstage, Jahrestage oder die Länge der Mitgliedschaft beim Anbieter sind ebenfalls möglich.
  • Weitere Trigger Mails: Auch Ereignisse wie das Fernbleiben von Kunden über einen längeren Zeitraum, ein erfolgter Service-Kontakt oder saisonale Events können als Trigger dienen, um das Engagement der Kunden zu erhöhen und dadurch unter Umständen die Sales anzukurbeln.

Praxisbezug

Trigger Based Marketing ist zu einem Großteil von den technischen Möglichkeiten des Systems abhängig. Während einige Shopsysteme bereits über einen integrierten Email-Verteiler und spezielle Trigger-Funktionen verfügen, ist dies bei anderen nicht der Fall. Dann stehen zahlreiche Lösungen aus dem Email-Marketing bereit. Sie erlauben es, die Trigger oder Bedingungen genau zu definieren, um Trigger Mails vollends zu automatisieren. Wenn das Shopsystem maßgeblich verändert worden ist, kann es vorkommen, dass Programmierschnittstellen notwendig werden, um das Ineinandergreifen von Email-Verteiler, Website und Datenbank zu gewährleisten.

Bedeutung für das Online Marketing

Trigger Mails gehören im Online Marketing zu den Standard-Maßnahmen, um eine möglichst hohe Kundenbindung zu erreichen und die Conversions zu erhöhen.[2] Derartige Emails zeichnen sich durch eine hohe Relevanz aus, weil sie stets ereignis-induziert sind und einem One-to-One-Marketing-Ansatz entsprechen. Genau dann, wenn ein Ereignis eintritt, wird eine personalisierte Email versendet. Dadurch, dass Trigger Mails unmittelbar versendet werden, ist ein hohes Engagement des Kunden zu erwarten. Für den Anbieter ist die Kosten-Nutzen-Rechnung von Vorteil: Ist das System erstmal implementiert, arbeitet es von selbst. Die Automation ist für Anbieter ein entscheidender Vorteil, denn Folgekosten entfallen.

Bei bestimmten Ereignissen wie einer abgeschlossenen Bestellung erwartet der Kunde eine Bestätigung. Trigger Mails kommen also der Kundenerwartung entgegen und können dazu beitragen, dass die Kundenloyalität auch über den gesamten Customer Lifetime Value auf einem hohem Niveau gehalten wird.[3] Aus Kundensicht ist dieser Aspekt noch von größerer Bedeutung: Anbieter, die die Kundenerwartung übertreffen, können mit entsprechend hohem Engagement rechnen. Am Beispiel von Geburtstagsmails mit maßgeschneiderten Rabatten wird dies deutlich.

Wie bei allen gewerblichen Emails sind bestimmte Informationen rechtsverbindlich. Beispielsweise ein Opt-Out-Button bei der Anmeldung für einen Newsletter oder der Versand einer Rechnung, um den zustande gekommenen Handel zu bestätigen. Bestimmte rechtliche Aspekte sollten beim Trigger Based Marketing unbedingt beachtet werden, um die Missgunst von Kunden und Gesetzgeber nicht auf sich zu ziehen.[4]

Einzelnachweise

  1. Auto-Responders: Why Trigger-Based Email Will Increase Your Conversions marketingland.com. Abgerufen am 04.05.2015
  2. Trigger-Mails für mehr Umsatz blog.inxmail.de. Abgerufen am 04.05.2015
  3. Der Messias im E-Mail-Marketing – Die Trigger-E-Mail blogs.hmkw.de. Abgerufen am 04.05.2015
  4. 7 Fragen – 7 Anworten zum Thema Trigger-Mails marketing-boerse.de. Abgerufen am 04.05.2015

Weblinks

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