vCard

Eine vCard ist eine elektronische Visitenkarte im vcf.-Format, die von Email-Programmen, Kalendern, Organizern und weiteren Anwendungen sowie Endgeräten verarbeitet werden kann. In einer vcf.-Datei können Kontaktdaten, Adressen, persönliche Informationen und viele weitere Daten, die für Geschäftsgespräche und andere Kommunikationssituationen relevant sind, notiert werden. Die Informationen werden in einer bestimmten Syntax und im ASCII-Zeichensatz gespeichert, sodass unterschiedliche Anwendungen das Format nutzen können. vCard kann als ein Vorläufer für interoperable Mikroformate betrachtet werden.

Allgemeine Informationen zum Thema

Das vCard-Format, welches einzelnen vcf.-Dateien zugrunde liegt, gilt als Industriestandard und wurde vom Versit Konsortium in den neunziger Jahren entwickelt. Ursprünglich gründeten Apple, AT&T, IBM und Siemens das Versit Konsortium, um einen branchenweiten Standard zum Austausch persönlicher Daten zu entwickeln. Versit veröffentlichte die ersten Versionen von vCard, 1996 wurde die Spezifikation an das Internet Mail Consortium (IMC) abgegeben. Das Ziel war es, in sogenannten PDI-Situationen (personal date interchange) den Informationsaustausch effizienter zu gestalten – dazu zählt auch vCalendar als Format für das Zeitmanagement.[1] PDI-Situationen sind dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Personen im geschäftlichen und privaten Umfeld nicht nur kommunizieren, sondern auch Daten wie Emailadressen, Websites und Telefonnummern austauschen - Ähnlich dem Austausch von Visitenkarten und der Absprache von Terminen.

vCard baut als virtuelle Visitienkarte auf existierenden Formaten auf und gilt als Erweiterung dieser. Dazu zählt beispielsweise die „CCITT X.500 Series Recommendation for Directory Services“, die eine Person als Objekt mit bestimmten Attributen definiert und im Rahmen von Messaging zwischen Servern und Clients verwendet wird.[2] Auch Datums- und Zeitangaben im ISO 8601-Format, Standards für die Internettelefonie sowie digitale Bilder und Audiodaten gemäß den MIME-Inhaltstypen sind kompatibel mit vCard.[3] Im Gegensatz zu CSV-Dateien erhält vCard zudem bestimmte Metadaten und semantische Annotationen, wenn diese Daten von verschiedenen Anwendungen verarbeitet werden. Gerade der Aspekt der Interoperabilität war für die Entwickler von vCard ein wichtiges Kriterium.

Funktionsweise

vCard-Datenfelder sind in Eigenschaften und Attribute unterteilt, die durch einen Doppelpunkt voneinander getrennt werden. Falls mehrere Attribute oder zusätzliche Parameter (zu den Eigenschaften) notiert werden sollen, können sie durch Semikolons separiert werden.

Die grundlegende Syntax:

EIGENSCHAFT;PARAMETER:Attribut;Attribut1;Attribut2

Jede vCard startet mit den einleitenden Informationen über den Beginn der Datei und der verwendeten Version. Anschließend können verschiedene Eigenschaften mit entsprechenden Attributen notiert werden, um die virtuelle Visitenkarte zu personalisieren. Zum Beispiel Angaben wie Name, Organisation, Adresse, Telefonnummern, Website oder Email. Bei den meisten Datentypen sind weitere Unterteilungen in Form von Parametern möglich, um beispielsweise Firmenadressen von privaten Adressen zu unterscheiden. Am Ende einer jeden Datei wird der Datensatz durch „END:VCARD“ abgeschlossen.

Ein Beispiel:[4]

BEGIN:VCARD
VERSION:3.0
N:Lyse;Anna
FN:Anna Lyse
ORG:Beispiel-AG
ADR;WORK:;;Phantasiestr. 1;Nirgendwo;;D-99991
TEL;WORK;VOICE:+49 999 12345
TEL;TYPE=CELL:+49 144 234422
TEL;WORK;FAX:+49 999 54321
URL:http://de.example.com/
EMAIL;INTERNET:anna.lyse@example.com
END:VCARD

Welche Eigenschaften und Attribute möglich sind, kann der vollständigen Spezifikation entnommen werden.[5]

Praxisbezug

vCard-Dateien können entweder mit speziellen Generatoren und Programmbibliotheken aus verschiedenen Programmiersprachen oder mit Email-Programmen, Organizern und Kalendern erzeugt werden. Zwar ist vCard der Quasi-Standard beim Austausch persönlicher Informationen, es gibt aber immer noch Programme, die das Format nicht unterstützen. Ob ein Programm vCard-Dateien verarbeiten kann, ist von der Implementierung der vCard-Syntax durch den Programm-Anbieter abhängig.

Bedeutung für das Online Marketing

vCards werden in verschiedenen Bereichen des Online Marketings eingesetzt. Das Format kann beispielsweise in Emails, Websites und Adressbücher eingebettet werden, um Rezipienten die Möglichkeit zu geben, die Informationen schnell in ein Emailprogramm, einen Kalender oder einen Personal Information Manager zu übernehmen. Viele weitere Plattformen und Anwendungen können vCard-Dateien verarbeiten – sowohl der Export als auch der Import ist teilweise möglich, wenn die vCard-Syntax unterstützt wird. Unter Umständen kommen dabei Datenbanken und Erweiterungen zum Einsatz, die das vCard-Format in andere von der Plattform genutzte Mikroformate wie PHP, RDF, HTML5 oder LDIF übertragen.[6]

Einzelnachweise

  1. PDI imc.org. Abgerufen am 02.12.2015
  2. vCard whatis.techtarget.com. Abgerufen am 02.12.2015
  3. vCard: The Electronic Business Card imc.org. Abgerufen am 02.12.2015
  4. vCard-Anwendung (Kontaktdaten) webkompetenz.wikidot.com. Abgerufen am 02.12.2015
  5. vCard Format Specification tools.ietf.org. Abgerufen am 02.12.2015
  6. Notes on vCard, LDIF and mappings to RDF w3.org. Abgerufen am 02.12.2015

Weblinks

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