Google Buzz

Google Buzz war ein Social-Networking-Dienst von Google, der im Februar 2010 gestartet und im Oktober 2011 wieder eingestellt wurde. Google Buzz war mit dem Email-Dienst Gmail verbunden und ermöglichte es Nutzern, Nachrichten, Bilder, Videos oder Kommentare auszutauschen. Der Google Dienst wurde zugunsten von Google Plus eingestellt.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Google Buzz stellte zunächst das Konkurrenz Produkt von Google zu den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter dar.[1] Die soziale Interaktion stand bei dem Dienst im Vordergrund. So sollte Buzz die Funktionalitäten von Email-Dienst, Social-Network, Microblogging-Dienst, Foto- und Videoplattform sowie eines Newsreaders bereitstellen. Zudem bündelte Google Buzz Daten aus Gmail, um sie für das Social Networking zu nutzen.[2]

Beispielsweise wurde eine automatische Freundesliste mit allen Email-Kontakten generiert. Auch Kommentare, Fotos oder Videos wurden in Echtzeit im Feed von Buzz dargestellt. Genau diese Punkte stießen bei der Netzgemeinde allerdings auf erheblichen Widerstand, was letztlich dazu führte, dass Google die Entwicklung von Buzz Ende 2011 einstellte. Kritikpunkte waren die automatische Integration von ganz verschiedenen Daten und das automatische Anzeigen dieser Daten im Feed von Google Buzz. Die Daten waren so auch sichtbar für alle Mitglieder der Freundesliste, die aus den Email-Kontakten erzeugt wurde.

Viele Nutzer wollten beispielsweise nicht, dass ihr privates Buzz-Profil Personen integrierte, mit denen sie lediglich beruflich zu tun hatten. Verschiedene Fälle, bei denen die Privatsphäre und der Datenschutz seitens Google missachtet wurden, waren ausschlaggebend für den Widerstand der Netzgemeinde.[3] Die Fehler, die bei dem Launch von Buzz gemacht wurden, waren dem Unternehmen aber durchaus hilfreich, denn das Nachfolgeprodukt Google Plus ist wesentlich erfolgreicher.

Funktionen[Bearbeiten]

Google Buzz bündelte verschiedene Dienste, rief Daten von diesen ab und machte sie für die Nutzer auf einer zentralen Website im Feed von Google Buzz verfügbar. Entsprechende Plattformen, mit denen Google Buzz Daten austauschte, waren: Gmail, Picasa, Flickr, Google Latitude (eingestellt), Google Reader (eingestellt), Google Sidewiki (eingestellt), YouTube, Blogger, FriendFeed, identi.ca sowie Twitter.

Innovative und gleichzeitig kritische Kernfunktionen von Google Buzz waren:

  • Automatisch generierte Freundeslisten, deren Kontakte aus dem Gmail-Account stammen
  • Teilen-Funktionen von verschiedenen Plattformen wie Picasa, Twitter und die Anzeige von Fotos im Album-Modus
  • Öffentliches und privates Teilen mit bestimmten Bekanntenkreisen (Einstellungen notwendig)
  • Inbox- oder Hub-Funktionen: Viele Daten von verschiedenen Quellen werden zentral dargestellt
  • Empfehlungen von Freunden von Freunden: Inhalte Personen, die nicht in der eigenen Liste sind, aber mit denen Freunde befreundet sind, werden sporadisch im Buzz-Feed angezeigt
  • Standortdaten von mobilen Endgeräten wurden angezeigt, sobald ein Post abgesendet wurde

Praxisbezug[Bearbeiten]

Die Kritik an Google Buzz kam von verschiedenen Seiten. Nutzer des Dienstes monierten nach dem Lauch zunächst verschiedene Punkte, die Google daraufhin verbesserte. Beispiel dafür waren die automatisch generierte Freundesliste aus dem Email-Account oder verschiedene versteckte Funktionen, die die grundlegenden Einstellungen von Google Buzz betrafen. Google kündigte anschließend an, das Feedback der Nutzer zu verwenden, um den Dienst zu verbessern – man habe die Kritik „laut und deutlich“ vernommen. Kritik kam jedoch auch von Datenschützern, denn Buzz interagierte mit Plattformen wie Flickr, Picasa und anderen Websites und zeigte teilweise Fotos und Text von diesen Sites an, ohne dass eine Genehmigung der Seitenbetreiber vorlag – zumindest in den Fällen, in denen die Websites nicht zu Google gehörten. Neben der Privatsphäre der Nutzer war also auch das Urheberrecht betroffen. Man kann davon ausgehen, dass die Gründe für die Einstellung von Google Buzz weit über die Kritik der Nutzer hinausgehen und auch sensible juristische Punkte betreffen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Überraschungs-Coup mit Buzz: Google plant Frontalangriff auf Facebook und Co.. spiegel.de. Abgerufen am 14. Mai 2014.
  2. Introducing Google Buzz . googleblog.blogspot.de. Abgerufen am 14. Mai 2014.
  3. Schnatterdienst Buzz: Google gesteht schwere Patzer ein. spiegel.de. Abgerufen am 14. Mai 2014.
  4. Google+ im Fokus: Buzz und andere Dienste werden dichtgemacht.heise.de. Abgerufen am 14. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]