Google Scholar

Google Scholar ist eine spezielle Suchmaschine, die von Google Inc. betrieben wird und sich an Wissenschaftler, Studenten und ähnliche Zielgruppen richtet. Sie ermöglicht es, eine umfassende Literaturrecherche durchzuführen, um wissenschaftliche Dokumente und Quellen aufzustöbern.

Datenbestand in Google Scholar

Google Scholar besteht parallel zur herkömmlichen Google Websuche und umfasst eine Vielzahl von Medien, wobei die Suchmaschine insbesondere auf wissenschaftliche Literatur abstellt. Für die Indizierung kommen unter anderem folgende Medien in Frage:

  • Zeitschriftenartikel
  • Bücher (teilweise auch importiert aus Google Books)
  • technische Berichte
  • Seminararbeiten
  • studentische Abschlussarbeiten (Magister-, Diplom-, Doktorarbeiten)
  • Präsentationen mit MS Power Point
  • Abstracts
  • Vorträge von Konferenzen
  • Preprints

Zum einen handelt es sich bei den verfügbaren Dokumenten um frei zugängliche Publikationen im Internet. Zusätzlich ist Google aber auch Kooperationen mit Verlagen, Berufsverbänden und Fachgesellschaften eingegangen, um deren Publikationen im Volltext zu indizieren. Die entsprechenden Suchstellen können häufig nur gegen Zahlung eines Entgelts eingesehen werden.

Funktionen von Google Scholar

Google Scholar dient dazu, um eine Vielzahl möglicher Quellen direkt zu durchsuchen, Zitate und Arbeiten sowie vollständige Arbeiten zu finden oder eine Bewertung der bedeutendsten Arbeiten in einem bestimmten Themenbereich vornehmen zu können. Google Scholar ermöglicht eine Volltextsuche in den indizierten Dokumenten.

Dadurch hebt sich der Suchdienst deutlich von anderen wissenschaftlichen Datenbanken ab, in denen lediglich Abstracts, Schlagwörter und bibliografische Angaben durchsucht werden können. Dieses YouTube-Video der UB München zeigt, wie man mit Google Scholar recherchiert.

Ein weiterer deutlicher Unterschied hinsichtlich der Funktionalität liegt hinsichtlich der Art der Bewertung der Quellen vor. Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Datenbanken werden die eingelesenen Quellen nicht auf intellektueller Basis, also mithilfe des Wissens von Experten bewertet, sondern durch Algorithmen. Diese werten aus, ob ein Artikel wissenschaftlichen Vorgaben entspricht und ob er relevant ist. Auch die Häufigkeit der Zitationen einer Quelle ist für ihre Platzierung in den Suchergebnissen von Google Scholar relevant.

Tipps zur Nutzung

Um Google Scholar effektiv zu verwenden, ist es ratsam, vorab bestimmte Einstellungen vorzunehmen. Dazu gehören:

  • Suchergebnisse
  • Sprache
  • Bibliothekslinks
  • Konto

Allgemeine Einstellungen können unter Suchergebnisse vorgenommen werden, während die Sprache der gesuchten wissenschaftlichen Quellen zusätzlich eingegrenzt werden sollte. Jegliche Einstellungsänderungen müssen oben über den blauen Button "Speichern" bestätigt werden.

Insbesondere eingeschriebene Studenten profitieren von dem Zugang zu den elektronischen Medien der Universitäts-Bibliothek, wenn sie den Reiter Bibliothekslinks aufrufen. Mithilfe dieser Google Scholar Einstellung kann die entsprechende Bibliothek ausgewählt und gespeichert werden. Unter Umständen sind eine VPN-Verbindung und neue Proxy-Einstellungen notwendig, um außerhalb des Universitäts-Netzwerkes auf die Bibliothek zugreifen zu können.

Wird beispielsweise nach einem Autor wie "Ludwig Wittgenstein" gesucht, zeigt Google Scholar nicht nur alle indexierten wissenschaftlichen Quellen an, sondern auch die elektronischen Medien der eigenen Universitäts-Bibliothek. Quellen, die im PDF-Format verfügbar sind, können über einen Quicklink aufgerufen werden. Mit den Reitern Artikel, Beliebige Zeit, Nach Relevanz sortieren sowie Websuche können die Ergebnisse weiter eingegrenzt werden. Hilfreich ist hier auch die Funktion Meine Bibliothek unter dem Reiter Artikel: So können Medien gespeichert werden, wenn ein Google Account vorhanden ist.

Liefert eine Suche via Google Scholar nicht die gewünschten Ergebnisse, ist die erweiterte Suche eine Möglichkeit, die Suchkriterien genauer zu bestimmen. Diese ist ebenso wie „Kennzahlen“ und „Einstellungen“ über den nach unten gerichteten Pfeil rechts oben in der Suchmaske erreichbar. Hier können verschiedene logische Operatoren benutzt werden, um mehrere Schreibweisen eines Autors oder einer Veröffentlichung abzudecken oder nur Quellen mit einem bestimmten Stichwort zu suchen. Zum Beispiel „Ludwig Wittgenstein“ und „Gewissheit“.

Auch die Kennzahlen sind äußerst hilfreich: Soll eine Veröffentlichung nach ihrem Renommee beurteilt werden, liefern die Zitations-Zahlen einen ersten Hinweis auf deren Einfluss auf den wissenschaftlichen Diskurs – zumindest in Sachen elektronische Medien. Eine Auswahl des Faches liefert hier die wichtigsten Medien dieser Disziplin. Unter Meine Zitate kann zudem die Anzahl der Zitationen der eigenen Veröffentlichung beobachtet werden, sofern diese elektronisch publiziert wurde und ein Autorenprofil vorhanden ist.

Vor- und Nachteile von Google Scholar

Google Scholar bringt eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich:

  • sehr einfache Bedienbarkeit analog zur Google Websuche
  • hohe Suchgeschwindigkeit
  • riesiger Index
  • Durchsuchen von Quellen im Volltext
  • Zugänglichkeit des Deep Webs durch Google Scholar

Kritisiert wird an Google Scholar die "rigide Informationspolitik".[1] Der Nutzer erfährt hier weder, wie der Bewertungsalgorithmus im Detail funktioniert, noch welche Datenbestände genau indiziert werden oder wie häufig diese aktualisiert werden.[2] Teilweise wird auch bemängelt, dass Google Scholar Präsentationsfolien oder die Semesterarbeiten von Studenten als wissenschaftliche Veröffentlichungen behandelt. Für Neulinge auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Recherche wird es dadurch schwierig, die Qualität der gefundenen Quellen zu beurteilen. Bemängelt werden zudem:

  • fehlende intellektuelle Prüfung der Quellen
  • kurze bibliografische Angaben
  • teilweise falsche Indizierungs- und Extraktionsalgorithmen[3]
  • keine Sortier- und unzureichende Filterfunktionen
  • keine Berücksichtigung von Schlagworten und Abstracts aus Fachzeitschriften

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Für die Optimierung der Suchergebnisse in Google Scholar hat sich eine eigene Teildisziplin der Suchmaschinenoptimierung herausgebildet. Man spricht von der Academic Search Engine Optimization (kurz: ASEO, deutsch: Wissenschaftliche Suchmaschinenoptimierung). Viele Maßnahmen im Rahmen dieser Disziplin ähneln der normalen Suchmaschinenoptimierung. Ein wichtiges Rankingkriterium ist beispielsweise die Häufigkeit der Zitationen einer Quelle.

Ähnlich wie beim Linkbuilding in der Google Websuche kann das Ranking durch den gezielten Aufbau von Zitaten, beispielsweise über weitere eigene Veröffentlichungen, verbessert werden. Zusätzlich kann auch die Keyworddichte einen Einfluss auf die Positionierung in den SERPs von Google Scholar haben. Wichtige Schlagwörter sollten daher sowohl im Titel der Publikation als auch im Text, in den Zwischenüberschriften und im Abstract vorkommen.[4]

Einzelnachweise

  1. Google Scholar versus EBSCO Discovery Service: Ein vergleichender Retrieval-Test. FH Köln. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  2. Google, Google Scholar und Google Books in der Wissenschaft. ÖAW. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  3. Google Scholar als Alternative zu wissenschaftlichen Fachdatenbanken. b-i-t-online.de. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  4. Wie sinnvoll ist die Optimierung wissenschaftlicher Artikel für Google Scholar & Co.? Scienceblogs.de. Abgerufen am 19. Dezember 2013.

Weblinks

Kategorie

Verwandte Artikel