Qwant


Qwant ist eine französische Suchmaschine, die nach zweijähriger Entwicklungsphase 2013 am Markt eingeführt wurde. Sie soll sich vor allem durch strengere Datenschutzrichtlinien auszeichnen und bietet seinen Nutzern eine anonymisierte Suchfunktion an, bei der keine persönlichen Daten gespeichert werden. Qwant ist eine Alternative zu Google, Bing, Yahoo, DuckDuckGo, Blekko oder Ghostery.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

2011 wurde die Suchmaschine von den beiden Software-Entwicklern Jean-Manuel Rozan und Éric Leandri in Paris gegründet. Hintergrund für diesen Schritt sollen die NSA-Affäre und der Prism-Skandal gewesen sein, bei denen Themen wie Privatsphäre und Datenschutz ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rückten.[1]

Im Juli 2013 wurde die offizielle Version von Qwant in Frankreich gelauncht. Seit Anfang des Jahres 2014 ist auch eine deutsche Version verfügbar. Die Suchmaschine ist derzeit in 15 Sprachen verfügbar und kann Einnahmen von etwa 5 Millionen Euro verzeichnen. Die Haupteinnahmequellen stellen der B2B- und der E-Commerce-Bereich dar, denn Qwant will keine Werbung anzeigen, sondern durch Kooperationen mit Firmenkunden Gewinne generieren.

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Nach eigenen Angaben besuchen täglich über 8 Millionen Nutzer die Website und stellen über 500 Millionen Suchanfragen. Ein Großteil des dadurch erzeugten Traffics fällt auf französische Nutzer, etwa 65%. Mit dem Launch in Deutschland und weiteren Ländern konnte Qwant eine Kooperation mit Tripadvisor eingehen und wird darüber hinaus in Zukunft als Standard-Suche bei dem mobilen Betriebssystem Firefox OS ausgeliefert. Derzeit beschäftigt Qwant 25 Mitarbeiter und arbeitet gemeinsam mit dem Suchspezialisten Pertimm an einem eigenen Index, um Google noch mehr Konkurrenz zu machen.

Funktionen[Bearbeiten]

Qwant funktioniert ähnlich wie andere Suchmaschinen auch und basiert technisch gesehen noch auf der Suchmaschine Bing von Microsoft.[2] Jedoch gibt es wesentliche Unterschiede in der Darstellung der Suchergebnisse, denn Qwant zeigt diese in vorsortierten Listen an: Sie sind in Deutschland mit Netz, Nachrichten, Qnowledge Graph, Sozial und Einkaufen betitelt.

Je nach Bereich werden unterschiedliche Links dargestellt. Zudem ist es möglich, über die Reiter am oberen Rand der Startseite von Qwant Medien, Personen und Notizbücher zu suchen. Im Reiter Notizbücher können darüber hinaus weitere Kategorien wie Freizeit, Gesellschaft oder Humor durchsucht werden. Durch diese Segmente wird Nutzern die Internetsuche deutlich vereinfacht, aber auch per se eingeschränkt. Besonders interessant sind die Funktionen, die den Datenschutz betreffen: Auf der Startseite von Qwant kann die aktuelle Surfsession von der Piwik-Webanalyse, die die Suchmaschine verwendet, ausgeschlossen werden. Klickt man diesem Link an, werden keine statistischen Daten mehr aufgezeichnet.

Sobald ein anderer PC oder Browser verwendet wird, muss dieses Prozedere erneut durchgeführt werden, um anonym zu bleiben. Wichtiger Kritikpunkt: Das Nutzertracking ist als Opt-Out gestaltet und wird nicht von vorneherein unterbunden.[3]

Bedeutung für die SEO[Bearbeiten]

Die Bedeutung von Suchmaschinen, die eine Alternative zu Google darstellen, steht und fällt mit den Nutzerzahlen und Marktanteilen dieser Suchmaschinen. Qwant hat täglich über 8 Millionen Nutzer, allerdings stammen diese zu einem Großteil aus Frankreich. Dementsprechend ist die Suchmaschine für Websites interessant, die hier einen Markt haben oder haben wollen. Nichtsdestotrotz kann eine Optimierung für verschiedene Suchmaschinen natürlich nicht schaden, insbesondere dann, wenn auch kleine, internationale Marktanteile von Bedeutung sind – immerhin 40% der Nutzer stammen aus anderen Ländern.[4]

Der Aspekt des Datenschutzes stellt eine weitere Hürde für die Suchmaschinenoptimierung für Qwant dar, denn sobald keine statistischen Daten mehr über das Besucherverhalten vorliegen, haben SEO's auch keine Daten mehr zur Verfügung, die sie analysieren können, um Websites gezielt zu optimieren. Für die Nutzer ist dieser Aspekt dagegen ein wichtiger Vorteil, denn Qwant kann keine Korrelationen zwischen IP-Adressen und Suchanfragen herstellen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Französische Google-Alternative Qwant startet in Deutschland. t3n.de. Abgerufen am 05. Mai 2014.
  2. Europäische Suchmaschine verspricht Datenschutz. welt.de. Abgerufen am 05. Mai 2014.
  3. Das Cookie-Märchen von Qwant. golem.de. Abgerufen am 05. Mai 2014.
  4. "Entdeckungsmaschine" Qwant verspricht mehr Datenschutz als Google. heise.de. Abgerufen am 05. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]