Verweiswebsite


Eine Verweiswebsite ist eine Internetadresse oder Hostname, über die ein Besucher auf eine andere Website gelangt ist. Der Besucher hat einen Hyperlink auf der Verweiswebsite angeklickt, der zu der Website führt, auf der er sich befindet. Die Verweiswebsite ist somit die Quelle für den Traffic auf der aktuellen Seite. Beim Aufruf einer Website wird durch den Browser des Besuchers der Name der angeforderten Website übermittelt und auch der Ursprung des Verweises, über den der Besucher dorthin gelangt ist. Verweiswebsites sind in der Webanalyse wichtige Daten, um den Traffic den unterschiedlichen Quellen zuzuordnen und herauszufinden, woher die Besucher einer Website gekommen sind. Statt Verweiswebsite oder Verweis sind auch die Bezeichnungen Referrer, Referrals oder Referral Traffic gebräuchlich.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Bei jedem Aufruf einer Website kommunizieren Client und Server miteinander und übertragen verschiedene Informationen, die in den Protokolldateien festgehalten werden. Dazu gehören beispielsweise die IP-Adresse, die Suchbegriffe und die Software, die zum Aufruf der Website verwendet wurde. In diesen Protokolldateien wird aber auch die Verweiswebsite aufgelistet, falls der Aufruf auf einer anderen Website stattgefunden hat. Klickt der Nutzer auf Website A einen Link an, der zu einer Website B führt, notiert der Webserver von B die Internetadresse von A in seinen Protokolldateien. Nur in Ausnahmefällen wird die Übertragung des Referrers nicht zugelassen: Beispielsweise dann, wenn der Browser derartige Daten aufgrund von Sicherheitseinstellungen nicht speichert oder wenn der Aufruf direkt in der URL-Zeile des Browsers oder über ein Lesezeichen (engl.: bookmark) erfolgt ist.

Wenn die Verweiswebsites und der Traffic allgemein analysiert werden sollen, stellen sich aus Webanalyse-Sicht verschiedene Probleme. Zum einen wird die Verweiswebsite nicht immer übermittelt und zum anderen kann der Traffic aus Quellen stammen, die keinem menschlichen Benutzer zugeordnet werden können (Spam, Bots und Bezahldienste). Zudem gibt es oft mehrere Verweise und es ist nicht immer klar, welcher davon einen Kauf oder eine Konversion ausgelöst hat. Der erste Referrer wird allgemein als Auslöser betrachtet, da der Benutzer durch ihn auf eine andere Website aufmerksam wurde. Deshalb ist es das Ziel von Analyse-Softwares, die richtigen Verweiswebsites zu erfassen und eine Auswertung durch Webmaster und Seitenbetreiber zu ermöglichen. Unter Umständen sind jedoch Anpassungen an der Berichtserstellung der Software notwendig, um die Trafficquellen voneinander unterscheiden zu können.

Funktionsweise[Bearbeiten]

In der Regel ordnen Webanalyse-Tools eine Konversion der Website zu, die als letztes aufgerufen wurde. Schließt der Nutzer in einem Onlineshop einen Kauf ab, erhält der Webserver des Shops den Referrer, der auf den Onlineshop als letztes verweist. Das Surf- und Kaufverhalten von Nutzern ist jedoch nicht immer linear und sie rufen Shops mehrmals auf, bevor sie einen Kauf tätigen, und der Server des Shops kann unter den oben genannten Umständen falsche oder gar keine Daten erhalten. Diese Schwierigkeit wird von Webanalyse-Tools behoben, indem sie beispielsweise mehrfache Besuche mit in die Statistiken einbeziehen und bestimmte Verweiswebsites als solche markiert oder ausgeschlossen werden können. Tools wie Google Analytics können recht zuverlässig natürlichen Traffic von Spam, Bots und Bezahldiensten unterscheiden, wenn entsprechende Einstellungen vorgenommen wurden (Verwalten > Einstellungen der Datenansicht > Bots herausfiltern). Falls die Berichte aber durch Referral Traffic zu stark beeinflusst werden, sind unterschiedliche Ansätze möglich, um sie zu bereinigen.

  • Verweis-Auschlussliste: Auf der Ebene des Property können bestimmte Domainnames mit der Verweis-Ausschlussliste aus den Verweiszugriffen entfernt werden. Zunächst müssen diese allerdings identifiziert werden. Unter Akquisition > Alle Zugriffe > Verweise werden die Sitzungen dargestellt, die als Referral Traffic von GA betrachtet werden. Häufig sind diese Quellen an den Absprungraten von 100% erkennbar. Es ist jedoch empfehlenswert, alle Referrals im Nachhinein manuell zu überprüfen, um tatsächlichen Traffic nicht auszuschließen. Sobald die Verweise, die für diese Art von Traffic verantwortlich sind, identifiziert wurden, können diese über die Verweis-Ausschlussliste von den Analytics-Daten getrennt werden. Dies erfolgt unter Verwalten > Tracking-Informationen > Verweis-Ausschlussliste. Das Ergebnis ist, dass GA alle Verweiswebsites so behandelt, dass sie keine neuen Sitzungen auslösen und keine bestehenden Sitzungen unterbrochen werden.[1]
  • Filter erstellen: Mit einem benutzerdefinierten Filter können ebenfalls Verweise ausgeschlossen werden. Bei der Erstellung würde der Filtertyp Kampagnenquelle ausgewählt werden, um im Anschluss die Domains einzutragen, die Referral Traffic darstellen.[2] Möglich ist auch der Einsatz von regulären Ausdrücken, um alle bekannten und nicht erwünschten Verweise durch den Textfilter zu selektieren. Hierzu würden ebenfalls alle nicht erwünschten Verweiswebsites identifiziert werden, um sie anschließend per RegEx zu GA hinzuzufügen. Im Feld „Filtermuster“ können reguläre Ausdrücke notiert werden. Die Syntax:
    paypal\.com|spamseite\.com|.*spamsubdomain\.com
    . Die Pipe (|) dient der Unterscheidung der Domains und der Schrägstrich verhindert, dass Punkte als Reguläre Ausdrücke aufgefasst werden. Am Schluss des regulären Ausdruckes darf keine Pipe mehr benutzt werden, da andernfalls alle Verweisquellen ausgeschlossen werden würden.[3]
  • Htaccess anpassen: Mit der htaccess-Datei können IP-Adressen und ganze IP-Bereiche ausgeschlossen werden. Die Htaccess befindet sich im Root-Verzeichnis des Webservers und kann mit einem Texteditor bearbeitet werden. Eine Sicherungskopie ist empfehlenswert, falls Änderungen zu unerwünschtem Verhalten des Servers führen. Die Syntax:
    order allow,deny allow from all deny from 84.133.115.37
    .[4] Jede weitere IP-Adresse oder jeder weitere Hostname (auch möglich) wird dann mit dem Befehl deny from unten angefügt. Hiernach blockt der Server die entsprechenden Ips und Hostnames, und die Analyse-Software kann diese Verweise nicht mehr erfassen.

Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, die hier nur kurz Erwähnung finden: Der Ausschluss per PHP, NGINX sowie die Besucherkontrolle im Google Tag Manager und zu guter Letzt die Channel-Gruppierungen in Google Analytics.[5][6] Jeder Ansatz hat Vor- und Nachteile und sollte an die Anforderungen der Website (z.b. Onlineshops, E-Commerce oder andere Website-Typen) und deren Webanalyse-Tool beziehungsweise Server-Einstellungen angepasst werden.

Bedeutung für die Webanalyse[Bearbeiten]

Die Bereinigung der Berichte in Google Analytics wird von vielen Experten empfohlen, ist aber nur in bestimmten Fällen angebracht. Insbesondere im E-Commerce ist es zentral, die initialen Verweiswebsites erfassen zu können und unerwünschte Verweise wie Spam oder Bots auszuschließen. Der Grund liegt darin, dass sich diese Verweise auf die Darstellung der Umsätze in den Berichten auswirken können. Häufig ist der Referral Traffic für bestimmte Umsätze verantwortlich, wenn er nicht ausgeschlossen wird. Entsprechend verschoben sind die Darstellungen und die Zuordnung zu den Quellen, aus denen dieser Traffic stammt. Websites, die monetäre Werte generieren sollen, sind also darauf angewiesen, dass diese Werte richtig zugeordnet werden können. Andernfalls sind die Berichte nicht exakt und Fehlentscheidungen können daraus resultieren.

Ein weiterer Grund für das Ausschließen von Verweisen kann auch darin bestehen, dass spamartige Methoden eingesetzt werden, um Webmaster auf Websites zu leiten, die die Verweise als Marketingtaktik verwenden. Diese Black-Hat-Methode kann zwar nicht verhindert werden, aber die Auswirkungen auf die eigene Website und die Berichtserstellung können unterbunden werden.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verweisquellen ausschließen support.google.com. Abgerufen am 12.07.2016
  2. Filter für Datenansichten erstellen und verwalten support.google.com. Abgerufen am 12.07.2016
  3. Von Domains stammende Verweiszugriffe filtern support.google.com. Abgerufen am 12.07.2016
  4. IPs und Bots mittels der .htaccess sperren toolflow.de. Abgerufen am 12.07.2016
  5. Referrer Spam: Was ist das & Wie kann ich dies ausschließen? mywebcheck.de. Abgerufen am 12.07.2016
  6. Universal Analytics: Unnatürlichen Verweis-Traffic ausschließen ranking-check.de. Abgerufen am 12.07.2016
  7. Referrer Spam – was das ist, und was sie dagegen tun können blog.seitwert.de. Abgerufen am 12.07.2016

Weblinks[Bearbeiten]