Hostname

Ein Hostname ist eine eindeutige Bezeichnung eines Rechners oder Netzwerkknotens in einem Netzwerk. Hostnames sind spezifische Namen oder Zeichenketten, die auf einen Host (deutsch: Gastgeber, Anbieter) verweisen und diesen für das Netzwerk und den Menschen verwendbar machen. Sie können sowohl physische Adressen beschreiben als auch Netzwerkknotenpunkte, bei denen unter einem Host mehrere Domains liegen. Dies geschieht im Grunde auch beim World Wide Web, wobei Hostnames hier mittlerweile über das Domain Name System in IP-Adressen aufgelöst werden, sodass jeder Netzwerkteilnehmer eine eindeutige Bezeichnung bekommt – unabhängig davon, ob es sich um einen Rechner, einen Netzwerkknotenpunkt beim Internetprovider oder einen Webserver handelt.

Auf diese Weise ist die Administration und Verwaltung von Netzwerkdiensten ebenso möglich wie die Benutzung des Netzwerks durch Endanwender: Der Hostname oder Name eines Hosts dient dem Administrator des Systems zu Verwaltungszwecken. Er kann mit den Hostnames verschiedene Dienste dieses Systems ansprechen. Wird der Hostname über das Domain Name System aufgelöst, können auch Endanwender darauf zugreifen, ohne dass der Hostname dem Benutzer bekannt ist.

http://www.beispiel.de
In der URL entspricht http:// dem verwendeten Netzwerkprotokoll. Anschließend folgt
www.beispiel.de
, was als Hostname bezeichnet wird. Der Domainname beispiel.de setzt sich aus der Domain und der Top Level Domain zusammen und sollte vom Hostname unterschieden werden – auch wenn beide Varianten zur gleichen Adresse führen.

Allgemeine Informationen zum Thema

Hostnames stehen in der Internetarchitektur zwischen IP-Adressen und Domainnamen und hatten eine Vermittlungsfunktion, die durch DNS teilweise überholt wurde. Historisch betrachtet waren Hostnames eine Namensauflösung für IP-Adressen. Im Rootverzeichnis eines Rechners sind meist immer noch die IP-Adresse des Systems (zum Beispiel 127.0.0.1) und der vergebene Hostname für die lokale Adresse zu finden. Falls der Domainserver nicht erreichbar ist, kann die Namensauflösung durch den Hostnamen trotzdem stattfinden. In diesem Kontext ist der Hostname eine virtuelle Netzwerkschnittstelle, die Daten empfängt und sendet. Ist der Hostname vollständig, wird er auch als Fully-Qualified Host Name (FQHN) bezeichnet.

Mit der Entwicklung des weltweiten Internets wurden die Möglichkeiten dieser Zuordnung jedoch schnell unpraktisch, da IP-Adressen nicht einprägsam sind und ständig neue Websites, Webserver und Rechner hinzukamen. Aus diesem Grund wurde das Domain Name System (DNS) eingeführt, dass die Namensauflösung von Domainbezeichnungen zu IP-Adressen durchführt.[1] Hostnames werden oft mit Domains verwechselt.[2] Allerdings können verschiedene Hosts unter einer Domain zusammengefasst sein – ähnlich wie bei Subdomains. Hostnames können auch mit Domainnamen zusammenfallen, müssen es aber nicht. In der Netzwerkarchitektur werden Hostnames immer noch oft verwendet, um Clients voneinander zu unterscheiden. Beispielsweise bei der Erstellung von Inhalten für Domains, weil dann simuliert wird, dass die Inhalte im Web stehen, obwohl sie nur lokal gespeichert sind.[3]

  • IP-Adressen sind eindeutige Bezeichner in einem System, die in maschinenlesbarer Form vorliegen.
  • Hostnames ordnen Namen für Rechner, Webserver oder Schnittstellen den jeweiligen IP-Adressen zu, sodass die Hosts auch ohne Kenntnis von IP-Adressen angesprochen werden können.
  • Das Domain Name System löst IP-Adressen (und somit auch Hostnames) so auf, dass menschliche Benutzer diese Rechner, Netzwerkknoten oder Schnittstellen ansteuern können.

Funktionsweise

Das Domain Name System soll die Verwendung des Internets durch den Menschen vereinfachen. Die beteiligten Computer kommunizieren jedoch auf unterschiedlichem Wege, indem sie Daten zwischen IP-Adressen austauschen. Welche Rolle eine Netzwerkschnittstelle in einem System inne hat, ist jedoch durch eine IP-Adresse nicht einsehbar. Deshalb werden Hostnames vergeben, um die Schnittstelle ansteuern zu können und meist ist dies in der Hostdatei oder dem Localhost festgelegt.

Unterschiedliche Dienste in einem Netzwerk, wie zum Beispiel ein Mailserver oder Dateitransferprotokolle wie FTP, verwenden Hostnames, um die Rollen in einem Netzwerk zuzuweisen und dadurch die Kommunikation der Netzwerkteilnehmer zu ermöglichen. Die beteiligten Rechner oder Schnittstellen kennen dank der Hostnames ihre Rollen im System und lassen sich darüber ansprechen.

Richtlinien für Hostnames

Je nach verwendetem Netzwerkprotokoll und Netzwerktyp müssen Hostnames allerdings verschiedene Bedingungen erfüllen, um internationalen Standards zu genügen.

  • Private Netzwerke: In einem Intranet, VPN oder LAN können die Hostnames relativ frei vergeben werden. Sie müssen lediglich die Restriktionen des benutzten Protokolls beachten. Häufig kommen die gleichen Protokolle zum Einsatz, wie es beim WWW der Fall ist: TCP/IP und HTTP beispielsweise. Je nach Netzwerk können andere Protokolle relevant sein. So wird beim Transfer von Emails RC 5321 verwendet und beim Dateitransport via TCP das Protokoll RFC 5966. Domainbezeichnungen können in privaten Netzwerken meist weggelassen werden.
  • Öffentliche Netzwerke: Im World Wide Web sind Hostnames ebenfalls auf die Internetprotokolle beschränkt. Zu erwähnen wäre hier das Protokoll RFC1123, das das Dokument RFC 953 bereits 1989 ablöste. Bei öffentlich zugänglichen Rechnern in einem Netzwerk werden Hostnames meist als qualifizierte Domainnames (FQDN; Fully Qualified Domain Names) notiert, sodass eine direkte Auflösung zu einer IP-Adresse möglich ist.[4]

Hostnames dürfen Zeichen aus dem ASCII Zeichensatz verwenden und mit einem Buchstaben oder einer Zahl beginnen. Das heißt, dass alle Zeichen zwischen a bis z, A bis Z, 0 – 9 und dem Bindestrich-Minus benutzt werden können. Hostnames werden durch Punkte getrennt. Das, was zwischen den Punkten steht, wird als Label bezeichnet. Jedes Label muss mindestens 1 Zeichen lang sein, maximal sind bis zu 63 Zeichen möglich. Kein Label darf mit einem Bindestrich-Minus beginnen oder aufhören. Generell darf ein Hostname maximal 255 Zeichen lang sein.[5] Meist deutet der Hostname auf die Verwendung der Netzwerkinstanz hin, wenn er nicht mit einem Domainnamen zusammenfällt oder Teil davon ist.

Beispiele für Hostnames

Hostnames können physische oder virtuelle Adressen abbilden. Einige Beispiele:

  • Der Domainname meinedomain.com bekommt vorab den Hostnamen server1.meinedomain.com zugewiesen, damit der Server ansprechbar ist.
  • Der Hostname www.youtube.com enthält den Domainnamen youtube.com.
  • Der Hostname x3e4585ed.dyn.telefonica.de bezeichnet einen Netzwerknoten bei einem Internet-Serviceprovider, der einen ganz anderen Domainnamen hat.
  • Der Hostname mail. kann als Name für einen internen Emailserver in einem privaten Netzwerk gewählt werden. Gleiches gilt für FTP-Dienste und Virtuelle Netzwerke.

Bedeutung für das Online Marketing

Hostnames sind im Online Marketing relevant, da sie meist Teil einer Domainbezeichnung sind. Zum Beispiel sind viele Websites im Internet unter einer www.-Adresse genauso erreichbar wie ohne www.-Präfix, da beide Hosts auf die gleiche Seite oder Domain verweisen. Ein einprägsamer Hostname kann also auch für Endanwender von Vorteil sein. Aus Sicht einer internen technischen Infrastruktur sind differenzierte Hostnames ohnehin empfehlenswert, wenn zum Beispiel unterschiedliche Dienste miteinander kommunizieren sollen – wie es bei Emailservern oder FTP-Übertragungen von Dateien der Fall ist.

Einzelnachweise

  1. Hosts elektronik-kompendium.de. Abgerufen am 30.05.2016
  2. What is the difference between a hostname and a domain name support.suso.com. Abgerufen am 30.05.2016
  3. Reserved Top Level DNS Names tools.ietf.org. Abgerufen am 30.05.2016
  4. HTTP State Management Mechanism tools.ietf.org. Abgerufen am 30.05.2016
  5. Requirements for Internet Hosts -- Application and Support tools.ietf.org. Abgerufen am 30.05.2016

Weblinks

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