Twitter Cards

Twitter Cards sind Vorschaubilder und kurze Beschreibungen von verschiedenen Inhaltstypen, die in einem Twitterprofil geteilt werden. Sie sollen die Rezipienten zum Lesen und Klicken animieren, indem sie zum Beispiel einen Teasertext und ein kleines Bild anzeigen. Durch einen Klick auf diese Daten gelangt der Nutzer zur ursprünglichen Quelle der Inhalte.

Die für den Nutzer sichtbaren Informationen werden aufgrund einer bestimmten Auszeichnung mit Meta Tags dargestellt. Im Grunde sind diese Informationen strukturierte Daten, die sich am Open Graph Protokoll und der Empfehlung RDFa orientieren. Twitter konzipierte eine eigene Syntax, die kompatibel zu diesen Mikrodaten/ Mikroformaten ist.

Arten von Twitter Cards

Twitter stellt Nutzern unterschiedliche Varianten von Twitter Cards zur Verfügung. Je nach Inhaltstyp gehen damit bestimmte Merkmale einher.[1]

  • Summary Card: Die Karte zeigt unter dem eigenen Tweet eine Vorschau der verlinkten Website. Dazu gehören der Titel und eine kurze Beschreibung des Dokumentes. Ein Vorschaubild wird ebenfalls angefügt – sowie die Quelle oder der Urheber der verlinkten Inhalte.
  • Summary Card with Large Image: Funktioniert ähnlich wie die normalen Summary Cards. Jedoch ist das Vorschaubild wesentlich größer und passt sich an die Pixelbreite des Twitter-Layouts an.
  • Photo Card: Eine Twitter Card mit genau einem Bild. Quelle, Urheber und ein externer Link zur Standardressource werden angefügt.
  • Gallery Card: Eine Galerie mit vier Bildern wird angezeigt. Inklusive Quelle, Urheber und externem Link.
  • App Card: Hiermit können Apps für Android und iPhone getweetet werden. Eine kurze Beschreibung aus dem App Store und ein Downloadlink werden angezeigt.
  • Player Card: Mit dieser Card können Videos, Audiodateien und weitere Medieninhalte versendet werden. Mittels des <iframe>-Tags werden die Inhalte eingebettet. Dies funktioniert auch auf dem Desktop-PC. Player Cards müssen allerdings umfassend von Twitter geprüft werden.
  • Product Card: Die Product Card erlaubt es, ein Produkt mit zwei selbstdefinierten Merkmalen darzustellen. Beispielsweise den Preis, die Produktkategorie oder die Verfügbarkeit.

Twitter Cards nutzen

Für die Nutzung von Twitter Cards sind zunächst ein bestätigter Account bei Twitter und einige Änderungen an der eigenen Website notwendig. Diese Annotation mit Meta-Tags ermöglicht es Twitter, die verschiedenen Medien-Inhalte automatisiert einzulesen und korrekt anzuzeigen. Sobald die Meta-Tags hinzugefügt wurden, kann die Einbindung der Cards mithilfe des Twitter Cards Validator überprüft werden. Bevor Twitter Cards allen Nutzern angezeigt werden, können einige Wochen vergehen, da Twitter diese Funktionen teilweise erst freischalten muss.

Manuelle Einbindung

Das jeweilige Meta-Tag wird im Head-Bereich der Website notiert, die mit Twitter Cards verbunden werden soll. Twitter Cards sind immer nur für eine Website nutzbar. Es müssen also für jede einzelne Website, die als Ressource für Inhalte fungieren soll, stets alle notwendigen Tags hinzugefügt werden.

Für jede Variante der Twitter Cards gibt es zudem eigene Contenttypen, die Twitter vorab definiert hat. Jeder Kartentyp besitzt darüber hinaus bestimmte Eigenschaften, die dadurch nutzbar werden. Die Meta-Tags sind einfache Attribut-Wert-Paare, die sich am HTML5 Standard orientieren. Das folgende Beispiel ist eine Summary Card.[2]

<meta name="twitter:card" content="summary" />

Mit twitter:card wird der grundlegende Datentyp (Twitter Card) bestimmt. Mit summary der verwendete Kartentyp (Summary Card). In weiteren Meta-Tags können nun Angaben zur Quelle (twitter:site) und zum Urheber (twitter:creator) gemacht werden. Mit einem @ vor diesen Angaben werden die Informationen referenziert. Die Urheberkennzeichnung ist optional, die Angabe der Quelle obligatorisch.

<meta name="twitter:site" content="@beispielprofil" />
<meta name="twitter:creator" content="@beispieluser" />

Twitter Cards sind kompatibel zum Open Graph Protokoll, um verschiedene Contenttypen wie Open Graph Objekte behandeln zu können. Die Syntax der Twitter Cards unterscheidet sich zwar in einigen Punkten, jedoch wird der Twitter-Crawler das Open Graph Protokoll verwenden, wenn kein Twitter-Markup spezifiziert wurde. Mit Open Graph Tags können die Daten näher beschrieben und ausgezeichnet werden. Zudem ist ein Austausch der annotierten Daten zwischen unterschiedlichen Plattformen wie Google Plus, LinkedIn und Facebook dadurch gegeben.[3]

<meta property="og:title" content="Beispieltitel" />
<meta property="og:description" content="Beschreibungstext" />
<meta property="og:image" content="beispielquelle.jpg" />

Die manuelle Einbindung sollte mit dem Twitter Card Validator überprüft werden.

Einbindung mit Plugin

Je nach CMS können verschiedene Plugins für die Einbindung von Twitter Cards installiert und verwendet werden. Bei WordPress stehen zum Beispiel JM Twitter Cards, Facebook Open Graph, Google+ and Twitter Card Tags oder Twitter Cards zur Verfügung. Innerhalb des CMS klickt der Nutzer auf Plugins und nimmt dort entsprechende Einstellungen vor, um es zu aktivieren.

Twitter Cards können für jeden Blogpost einzeln spezifiziert werden. Einige Plugins zeigen zudem ein Vorschaubild im Backend an. In der Regel werden solche Plugins mit anderen Plugins (zum Beispiel zur Suchmaschinenoptimierung) getestet, sodass es keine Konflikte gibt. Die Überprüfung mithilfe des Twitter Cards Validators ist hier oft nicht notwendig, da die Plugins über eine integrierte Prüfung verfügen.

Bedeutung für die Social Media

Es wird davon ausgegangen, dass Twitter Cards zur Erhöhung der CTR einzelner Tweets beitragen.[4] Nutzer sehen ein Vorschaubild, einen kurzen Beschreibungstext und einen Link zur Quelle. Diese Teile des Contents, die vorab angezeigt werden, lenken das Interesse auf sich und verleiten zum Klicken auf den originalen Content. Websitebetreiber erwarten durch die Nutzung von Twitter Cards deshalb auch mehr Traffic – insbesondere in tieferen Bereichen der Website, wie zum Beispiel auf Blogs, wo regelmäßig Inhalte erscheinen. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn der gesamte Content nicht auf Twitter einsehbar ist. Am Beispiel Videoeinbettung wird dies deutlich: Nutzer können Videos mit Twitter Cards anschauen, ohne Twitter zu verlassen.

Twitter Cards sind mit einer besseren User Experience für Twitter Nutzer verbunden. Sie können sich einen ersten Eindruck der Inhalte verschaffen und unterschiedliche Medieninhalte nutzen. Dies gilt vor allem für die mobile Nutzung von Twitter. Durch die strukturierten Daten ist auch auf kleinen Displays ein besseres Nutzererlebnis zu erwarten. Für Unternehmen bestehen mehr Möglichkeiten, Werbebotschaften in Rich-Media-Inhalten zu platzieren. Twitter Cards können deshalb als Elemente der Markenkommunikation betrachtet werden. Neben den Produktkarten stehen Unternehmen verschiedene Wege offen, um in sozialen Netzwerken auf sich aufmerksam zu machen und virale Kampagnen zu begleiten.

Einzelnachweise

  1. Card Types dev.twitter.com. Abgerufen am 27.05.2015
  2. Getting Started Guide dev.twitter.com. Abgerufen am 27.05.2015
  3. What You Need to Know About Open Graph Meta Tags for Total Facebook and Twitter Mastery blog.kissmetrics.com. Abgerufen am 27.05.2015
  4. Twitter Cards erfolgreich nutzen? So geht’s! bjoerntantau.com. Abgerufen am 27.05.2015

Weblinks

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