Above the fold


Mit „above the fold“ wird der Bereich einer Website bezeichnet, der ohne zu scrollen für den Internetnutzer sichtbar ist. Scrollt dieser herunter, sieht er den Bereich, der mit „below the fold“ betitelt wird. Der Begriff „fold“ stammt aus dem Druckereiwesen und wird für eine exakt geknickte Papierkante – auch Falzlinie – in der Druckvorbereitung verwendet. Auf digitale Angebote bezogen, markiert die Falzlinie die unterste, sichtbare Kante des Browsers ohne zu scrollen.


Besonderheiten[Bearbeiten]

Per Definition variiert die Falzlinie je nach Bildschirmgröße und -auflösung. Davon sind stationäre und mobile Endgeräte gleichermaßen betroffen. Unterschiedliche Browser und Bildschirmauflösungen sorgen dafür, dass der „above the fold“-Bereich sich von Nutzer zu Nutzer unterscheidet. Insbesondere mobile Anwendungen sind hier zu erwähnen.

In Google Analytics stehen deshalb Tools zur Verfügung, die sowohl den sichtbaren Seiteninhalt einer Webseite in unterschiedlichen Browsern und Bildschirmauflösungen anzeigen, als auch eine benutzerdefinierte Filteroption nach Browsergröße anbieten.[1]

Bedeutung für das Website-Design[Bearbeiten]

Aus Conversion- und Usability-Sicht ist es ratsam, wichtige Inhalte einer Website grundsätzlich „above the fold“, also im sofort sichtbaren Bereich, zu platzieren, da die Nutzer dort ihre meiste Aufmerksamkeit fokussieren.[2] Auf diese Weise befinden sich alle wichtigen Inhalte einer Seite, wie zum Beispiel Navigation und Infotexte, im Sichtfeld des Nutzers. Gleichzeitig ziehen Inhalte, die „above the fold“ platziert werden, den Nutzer unter Umständen tiefer in die Webseite, wo er weitere Details findet, um sein Wissen zu vertiefen.[3] Dadurch kann die Verweildauer erhöht und die Absprungrate verringert werden. Im Online-Marketing hat sich die erhöhte Aufmerksamkeit für Content above the fold bei der Gestaltung von Artikeln und Landing Pages darum als Best Practice manifestiert.

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung[Bearbeiten]

Es ist aus Google-Sicht nicht ratsam, die eigentlichen Inhalte der Seite unter der Falzlinie (below the fold) unterzubringen. Dadurch leidet das Nutzererlebnis der Webseitenbesucher. Ein Layout, das in ausreichendem Maße „above the fold“-Inhalte berücksichtigt, ist nicht nur benutzerfreundlich, sondern kann auch von Google bevorzugt werden.[4] Mit „Inhalten“ sind Content-Elemente gemeint, die den Nutzer mit Informationen versorgen. Das können zum Beispiel die H1 und ein einleitender Absatz sein oder ein Inhaltsverzeichnis.


Teilweise versuchen Webseitenbetreiber auch nur den sichtbaren Teil für den User zu bauen. Alles was unterhalb des sichtbaren Teils kommt, dient lediglich dazu, den Suchmaschinen ausreichend Content zu bieten. Der Mehrwert dieser Inhalte hält sich für den User jedoch in Grenzen.

Im Januar 2012 gab es bei Google eine Algorithmusänderung, die etliche Seiten mit zu vielen Werbebannern“ above the fold“ abgestraft hat (“Top Heavy”).[5] Waren zu viele Werbebanner dort platziert, rutschte die Seite womöglich im Index nach unten. Im Oktober 2012 folgte eine erneute Anpassung dieses Updates (“Top Heavy 2”). Die Suchmaschine möchte verhindern, dass ein gewisses Maß an Werbebannern „above the fold“ überschritten wird. Google spricht von maximal drei Bannern und setzte sich deshalb mit einer Änderung seines Algorithmus dafür ein, dass die wichtigen Inhalte einer Seite „above the fold“ für den Internetnutzer zu sehen sind.

Google will damit verhindern, dass Website-Betreiber, zu viele Werbebanner zu prominent platzieren. Zugrunde liegt die Annahme, dass zu viele Werbebanner, die „above the fold“ platziert werden, die Nutzerfreundlichkeit einer Webseite negativ beeinflussen. Google's Prämisse: Nutzer suchen nach Informationen und nicht nach Werbung. Folglich kann es für eine Seite zum Verhängnis werden, wenn zu viele Google AdSense Einbindungen oder Werbeplatzierungen im sichtbaren Bereich der Seite angesiedelt sind. Für die Platzierung von Werbebannern in dem Bereich, der ohne zu scrollen sichtbar ist, gilt also: weniger ist mehr.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Benutzerdefinierte Filterfelder Google Analytics-Hilfe. Abgerufen am 18.07.2021
  2. Scrolling and Attention Study NN/g Nielsen Norman Group. Abgerufen am 18.07.2021
  3. Above the Fold – Webseiten richtig aufbauen Ryte Magazine. Abgerufen am 18.07.2021
  4. Google-Ranking: Welche Einflussfaktoren sind am wichtigsten? OMB – Online Marketing Berater. Abgerufen am 18.07.2021
  5. Page layout algorithm improvement Google Search Central. Abgerufen am 18.07.2021

Weblinks[Bearbeiten]