Above the fold

Mit „above the fold“ wird der Bereich einer Website bezeichnet, der ohne zu scrollen für den Internetnutzer sichtbar ist. Scrollt dieser herunter, sieht er den Bereich, der mit „below the fold“ betitelt wird. Der Begriff „fold“ stammt aus dem Druckereiwesen und wird für eine exakt geknickte Papierkante – auch Falzlinie – in der Druckvorbereitung verwendet. Wird der Begriff entlehnt und auf die Themen Webdesign und Onlinemarketing bezogen, ist die Falzlinie also die unterste, sichtbare Kante des Browsers ohne zu scrollen.

Besonderheiten

Aus Conversion- und Usability-Sicht ist es ratsam, wichtige Inhalte einer Website grundsätzlich „above the fold“, also im sofort sichtbaren Bereich, zu platzieren, da die Nutzer dort ihre meiste Aufmerksamkeit fokussieren. Auf diese Weise befinden sich alle wichtigen Inhalte einer Seite, wie zum Beispiel Navigation und Infotexte, im Sichtfeld des Nutzers. Gleichzeitig ziehen Inhalte, die „above the fold“ platziert werden, den Nutzer unter Umständen tiefer in die Webseite, wo er weitere Details findet, um sein Wissen zu vertiefen. Dadurch kann die Verweildauer erhöht werden und die Absprungrate verringert werden.

In diesem Zusammenhang sind unterschiedliche Browser und Bildschirmauflösungen zu beachten, da sich der „above the fold“-Bereich von Nutzer zu Nutzer unterscheiden kann. Insbesondere mobile Anwendungen sind hier zu erwähnen. In Google Analytics steht deshalb ein Tool zur Verfügung, welches den sichtbaren Seiteninhalt einer Webseite in unterschiedlichen Browsern und Bildschirmauflösungen anzeigt.

600x400-Abovethefold-01.png

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Ein Layout, das in ausreichendem Maße „above the fold“-Inhalte berücksichtigt, ist nicht nur benutzerfreundlich, sondern kann auch von Google positiv bewertet werden. Der Grund für Google ist darin auszumachen, dass viele Werbebanner, die „above the fold“ platziert werden, die Nutzerfreundlichkeit einer Webseite negativ beeinflussen können. Google's Annahme: Nutzer suchen nach Informationen und nicht nach Werbung. Die Suchmaschine möchte verhindern, dass ein gewisses Maß an Werbebannern „above the fold“ überschritten wird. Google spricht von maximal drei Bannern und setzte sich deshalb mit einer Änderung seines Algorithmus dafür ein, dass die wichtigen Inhalte einer Seite „above the fold“ für den Internetnutzer zu sehen sind.

Teilweise versuchen Webseitenbetreiber auch nur den sichtbaren Teil für den User zu bauen. Alles was unterhalb des sichtbaren Teils kommt, dient lediglich dazu, den Suchmaschinen ausreichend Content zu bieten. Der Mehrwert dieser Inhalte hält sich für den User jedoch in Grenzen.

Im Januar 2012 gab es bei Google eine Algorithmusänderung, die etliche Seiten mit zu vielen Werbebannern“ above the fold“ abgestraft hat (“Top Heavy”). Waren zu viele Werbebanner dort platziert, rutschte die Seite womöglich im Index nach unten. Im Oktober 2012 folgte eine erneute Anpassung dieses Updates (“Top Heavy 2”). Es ist aus Google-Sicht nicht ratsam, die eigentlichen Inhalte der Seite unter der Falzlinie (below the fold) unterzubringen. Dadurch leidet das Nutzererlebnis der Webseitenbesucher. Es kann für eine Seite zum Verhängnis werden, wenn zu viele Google AdSense Einbindungen oder Werbeplatzierungen im sichtbaren Bereich der Seite angesiedelt sind. Für die Platzierung von Werbebannern in dem Bereich, der ohne zu scrollen sichtbar ist, gilt also: weniger ist mehr.

Weblinks

Kategorie

Verwandte Artikel

Brauchst Du noch Hilfe?
Feedback einreichen