Follow Friday


Der Follow Friday (deutsch: Folgefreitag) ist eine Empfehlungsrunde bei dem Microblogging-Dienst Twitter, die jeden Freitag stattfindet. Mithilfe des Hashtags #ff oder #FollowFriday können Twitter Nutzer, sogenannte Tweeps, empfohlen werden, deren Tweets und Profile besonders interessant sind. Die Empfehlungen beziehen sich meist auf Profile, wobei die Tweets dieser Profile für eine Empfehlung ausschlaggebend sind. Die Personen, Organisationen oder Unternehmen, die der Community nahe gelegt werden, erhalten auf diese Weise häufig mehr Follower. Diese Praxis erzeugt eine größere Reichweite für die Tweets dieser Profile, weshalb der FollowFriday vermehrt zu Marketingzwecken genutzt wird, sich aber insbesondere an neue Twitter Nutzer mit wenigen Followern richtet.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Die Idee für den FollowFriday stammt von Micah Baldwin, der am 16. Januar 2009 folgenden Tweet absendete:

I am starting Follow Fridays. Every Friday, suggest a person to follow, and everyone follow him/her. Today its @fancyjeffrey & @w1redone. — Micah Baldwin (@micah) 16. Januar 2009

Nach kurzer Zeit empfahl Mykl Roventime das Hashtag #followfriday, das später auch in der kurzen Form #ff verwendet wurde. Einige Follower von Baldwin und Roventime halfen dabei, die Bekanntheit des neuen Twitter Events weiter zu steigern. Binnen kurzer Zeit wurde daraus ein internationaler Trend, bei dem Tausende Twitter Nutzer ihren Followern interessante Twitter Profile anraten. Ähnlich wie der Retweet ist der FollowFriday eine Funktion, die von Twitter Nutzern ins Leben gerufen wurde. Dies dürfte ein Grund sein, warum das Phänomen in sehr kurzer Zeit zu einem Trend geworden ist.[1]

Funktionsweise[Bearbeiten]

Am FollowFriday kann jeder Twitter Nutzer teilnehmen, indem das entsprechende Hashtag verwendet wird und die Profile, die er empfehlen möchte, mit einem @-Zeichen integriert werden. In der Regel werden nur ein bis drei Profile erwähnt, sodass die Folge-Empfehlungen eine persönliche Note aufweisen. Es gibt zwei Varianten, deren Syntax jedoch annähernd gleich ist:

#FollowFriday @google @bing @Yahoo
#ff @google @bing @Yahoo

Mittels des Hashtags werden alle relevanten Tweets mit den Keywords FollowFriday oder ff referenziert. Das @-Zeichen vor den Twitter Profilen dient dazu, einen direkten Link zu dem jeweiligen Profil zu setzen. Die Follower des Versenders können somit mit einem Klick das empfohlene Profil besuchen und selbst entscheiden, ob sie diesem Profil folgen wollen.

Optional ist ein Kurztext, der erklärt, warum die Profile interessant sind. Die wirksamsten Empfehlungen dürften diejenigen sein, die sich auf ein Profil konzentrieren und dieses mit einigen Worten beschreiben.[2] Wichtig ist das Beachten der Syntax und die richtige Schreibweise des Profilnamens. Ansonsten wird der Tweet nicht in der Hashtag-Twittersuche gelistet und die Links zu den jeweiligen Profilen sind wirkungslos.

Ebenfalls zentral für das erfolgreiche Versenden einer Empfehlung ist eine authentische Empfehlung, die auf einer fundierten Meinung basiert. Wer am FollowFriday teilnimmt, sollte unbedingt beachten, dass die Profile, die er verlinkt, auch wirklich empfehlenswert sind. Ist das nicht der Fall, werden Twitter Nutzer die Empfehlung nicht ernst nehmen und der Tweet kann im Stream der zahlreichen Tweets verloren gehen. Letzteres kommt häufig vor, wenn lediglich Produkte empfohlen werden, die nur einen geringen informativen Mehrwert für die Twitter Nutzer darstellen.[3]

Praxisbezug[Bearbeiten]

Der FollowFriday ist längst nicht mehr auf den Wochenturnus nach amerikanischer Zeit festgelegt. International haben sich die Zeiten, in denen solche Tweets versendet werden, nach vorne und hinten verschoben – je nach der geltenden Zeitzone des Twitter Profils, das am FollowFriday teilnimmt. Demnach werden aus einigen Ländern bereits Donnerstags Tweets mit den Hashtags FollowFriday und ff versendet; gleiches gilt für das anschließende Wochenende. Einige Twitter Nutzer verwenden das Hashtag #ff auch an normalen Wochentagen und konterkarieren dadurch die ursprüngliche Intention dahinter.

Da der FollowFriday mittlerweile ein Trend ist, existieren mehrere Websites und Twitter Tools, die Übersichten und Rankings anbieten. Teilweise werden die Daten in Social Media Tools eingebunden, um Informationen über die häufigsten Empfehlungen gemeinsam mit anderen Metriken zu erhalten. Ob diese Daten akkurat sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise davon, wie die aktuelle Twitter API eingebunden ist und ob Twitter derartige Informationen überhaupt in geforderter Weise zur Verfügung stellt.

  • Die populäre Website followfriday.com wurde in das Tool SocialBro überführt, das auch orts- und aktivitätsbezogene Daten sowie Reichweiten verwendet, um geeignete Follower zu finden.[4]
  • In dem Tool TwitNerd gibt es ein Menü, mit dem sich personalisierte Empfehlungen auf der Basis von Erwähnungen versenden lassen.[5]
  • Das Tool Commun.it stellt Daten über die engagiertesten Nutzer bereit und erlaubt es, diese Daten für das Versenden von Empfehlungs-Tweets zu benutzen.[6]
  • Prinzipiell stellen Twitter Listen auch eine Möglichkeit dar, am FollowFriday teilzunehmen. Hier werden Listen mit interessanten Profilen erstellt, die anschließend mit dem Hashtag #ff oder #followfriday versendet werden.[7]
  • Daneben existieren zahlreiche Websites und Tools, wie zum Beispiel topfollowfriday.com oder allgemeine Social Media Tools.

Bedeutung für das Social Media Marketing[Bearbeiten]

Der FollowFriday ist eine Entwicklung, die einerseits auf der Idee des Crowdsourcings basiert und andererseits klassische Marketingansätze verwendet. Dadurch, dass sehr viele Twitter Nutzer die entsprechenden Hashtags verwenden, wird die Crowd zu einem Verteilungsmedium von Empfehlungen. Gleichzeitig erfolgt die Weitergabe von Empfehlungen nach dem Word of Mouth-Prinzip, weshalb die meisten Twitter Nutzer auch persönliche Follow-Friday Tweets bevorzugen. Das Besondere an dieser Entwicklung ist jedoch sicherlich der virale Effekt, der sich durch die teils hohen Reichweiten einzelner Empfehlungen auszeichnet. Wenn sich unter den Rezipienten Influencer befinden, kann dieser virale Effekt noch wirksamer sein.

Allerdings wird der FollowFriday auch oft kritisiert beziehungsweise seine Entwicklung: Denn viele Twitter Nutzer empfehlen im Laufe der Zeit hunderte Profile und oft sind auch Unternehmensprofile dabei, bei denen es eher um Marketing geht und nicht um authentische Empfehlungen. Kritiker sprechen davon, dass die schiere Menge an FollowFriday Tweets das Ziel der ursprünglichen Praxis untergräbt, da kaum jemand all diese Tweets liest oder den empfohlenen Profilen folgt.[8] Inwiefern der FollowFriday für die Erhöhung der Reichweite sinnvoll ist, ist deshalb auch von der Art und Weise abhängig, wie die Hashtags #ff und #followfriday in Tweets benutzt werden.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. #FollowFriday: The Anatomy of a Twitter Trend mashable.com. Abgerufen am 11.04.2016
  2. How to: Do a Proper Follow Friday on Twitter askaaronlee.com. Abgerufen am 11.04.2016
  3. #FF on Twitter, A Guide to Follow Friday personalweb.about.com. Abgerufen am 11.04.2016
  4. FollowFriday followfriday.com. Abgerufen am 11.04.2016
  5. Twitnerd Startseite twitnerd.com. Abgerufen am 11.04.2016
  6. How to send Follow Friday, #FF, #FollowFriday tweets in Twitter? thatsjournal.com. Abgerufen am 11.04.2016
  7. Verwendung von Twitter-Listen support.twitter.com. Abgerufen am 11.04.2016
  8. Follow Friday bei Twitter – Tod auf Raten? basicthinking.de. Abgerufen am 11.04.2016
  9. Please put a stop to the mass Follow Friday tweets thenextweb.com. Abgerufen am 11.04.2016

Weblinks[Bearbeiten]