Vlogger

Mit dem Begriff Vlogger werden Video Blogger bezeichnet, die ihren Vlog oder Video Blog zur Verbreitung von Videocontent auf Videoplattformen nutzen. Vlogger ist eine Abkürzung von Video Blogger, die Tätigkeit wird als Vlogging oder auch Video Journalismus beschrieben. Beim Blogging geht es um text- und bildbasierte Kommunikation. Im Unterschied dazu ist das zentrale Format beim Vlogging das Video, das meist selbst in Eigenregie produziert und dann auf einem eigenen Kanal hochgeladen wird. Interessenten können diesen Kanal abonnieren und erhalten Benachrichtigungen über neue Videos. Ab einer bestimmten Größe der Fangemeinde und einer Mindestanzahl an Videoaufrufen können Vlogger an Partnerprogrammen teilnehmen und ihre Videos mit Ads monetarisieren. Durch die steigende Bekanntheit von YouTube und anderen Videoplattformen wurden viele Vlogger zu Influencern und Markenbotschaftern.

Allgemeine Informationen zum Thema

Nachdem im Jahr 2000 die ersten Videos ins Netz gestellt wurden, wurde das Phänomen Vlogging durch den Launch von YouTube im Jahr 2005 maßgeblich angestoßen.[1] Es bildeten sich Videoblogging Gruppen und Communities, die sich um spezielle Themenbereiche drehten: Mode, Fashion, Beauty, Technik oder auch Reise-Vlogs beispielsweise. Die Zugriffszahlen für solche Videos schnellten in die Höhe und Vlogger erreichten Bekanntheitsgrade wie man sie ansonsten nur von Prominenten und Politikern erwartete. Mittlerweile hat sich eine eigene Branche entwickelt: Vlogger gründen Firmen und vermarkten eigene Produkte; Agenturen betreuen YouTube-Vlogger und Unternehmen gehen Partnerschaften mit Vloggern ein, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen; Trends wie Beauty Tipps oder Unpacking-Videos von Early Adoptern verbreiten sich viral und generieren für die Ersteller dieser Videos mithilfe von Werbung hohe Umsätze.

Funktionsweise

Blogging ist von der Funktionsweise dem Blogging sehr ähnlich.[2] Der Unterschied besteht in der Art der Inhalte, die veröffentlicht werden: In regelmäßigen Zeitabständen werden Videos produziert und auf einem Kanal publiziert. Häufig werden alle zwei bis drei Tage Videos hochgeladen. Die Zuschauer erwarten eine gewisse Frequenz, da sie ansonsten das Interesse verlieren können.

  • Der erste Schritt eines Vloggers ist die Wahl eines Themas, in dem er oder sie sich besonders gut auskennt. Dabei sollte das Thema nicht einfach eine Kopie von existierenden Vloggern sein, sondern sich durch Einzigartigkeit und Authentizität auszeichnen.
  • Der zweite Schritt besteht in dem Eröffnen eines Accounts auf einer selbst gewählten Plattform wie YouTube, Vimeo, Twitch oder Hulu – Die Plattformen unterscheiden sich in den Nutzergruppen. Darauf folgt die Namensgebung: Der Name eines Accounts sollte möglichst kurz und einprägsam sein, damit die potenziellen Zuschauer sich den Namen leicht merken können. Der Name eines Kanals ist zudem ein Alleinstellungsmerkmal.
  • Der dritte Schritt beginnt mit der Produktion der ersten Videos. Je interessanter der Content ist, desto mehr Zuschauer sind erwartbar. Für den Start können einige Videos produziert werden, die dann in den ersten Wochen hochgeladen werden. Da die Zuschauer diesen Content regelmäßig konsumieren wollen, sind kurze Zeitabstände zwischen den Episoden ideal.
  • Um möglichst viele Zuschauer zu erreichen, können einige Videos als Videoantwort auf anderen, sehr bekannten und thematisch relevanten Kanälen untergebracht werden. Mit dieser Art von Kommunikation können potenzielle Zuschauer aktiviert werden: Der Vlogger bringt sich in die Diskussion im Social Web ein.
  • Für professionelle Auftritte ist eine Videobearbeitung empfehlenswert. Editing-Software wird oft mit Betriebssystemen gemeinsam ausgeliefert. Auch kostenpflichtige Tools können hilfreich bei der Bearbeitung sein. Insbesondere der Schnitt eröffnet viele Möglichkeiten, attraktive Inhalte zu vermitteln und das Storytelling positiv zu gestalten. Eine Video Optimierung ist optional.
  • Erfüllt der Video Blog bestimmte Voraussetzungen, kann ein Partnerprogramm sinnvoll sein.[3] Der Vlogger kann mithilfe der Videobearbeitung Werbung in sein Format integrieren und dadurch Einnahmen erzielen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Video direkt auf der Plattform angeschaut oder ob es auf Drittanbieter-Websites eingebunden wird. YouTube bietet zusätzlich eine Analyse-Software für die Auswertung der wichtigsten KPIs an. Spezielle Multichannel-Netzwerke können ebenfalls das Publikum vergrößern und Dienstleistungen wie Cross-Promotion oder Partnermanagement anbieten.[4]

Praxisbezug

Der Erfolg eines Vloggers ist zudem von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Kommunikation: Der Umgang mit Reaktionen zeichnet nicht nur den Vlogger, sondern auch seinen Kanal aus. Die Zuschauer verdienen eine Reaktion, wenn sie zum Beispiel eine Frage stellen oder etwas kritisch kommentieren. Die Tonalität ist ähnlich wie bei anderen Medien entscheidend für das Branding des Videokanals und die Wahrnehmung der Nutzer.
  • Audio & Video: Der Ton eines jeden Videos sollte klar und deutlich sein. Gleiches gilt für die Qualität: Je ambitionierter die Ziele sind, desto professioneller sollte die Videoproduktion ablaufen. Das eingesetzte Equipment entscheidet über die Akzeptanz der Zuschauer und die Zugriffszahlen.
  • Licht: Sowohl in Innenräumen als auch Außenbereichen ist das Licht ein kritischer Faktor für die Optik eines Videos. Die Tageszeit und die Beleuchtung wirken sich direkt auf das Erscheinungsbild des Videos aus. Vlogger können verschiedene Szenarien oder Sets ausprobieren.
  • Länge: Erfolgreiche Vlogger kommen direkt auf den Punkt und verschwenden keine Zeit mit Einleitungen. Je kürzer und pointierter die Videos sind, desto mehr Zuschauer werden sie anklicken. Videocontent kann Snackable Content sein.
  • Kreativität: Für ein Höchstmaß an Engagement ist Kreativität notwendig. Die zu vermittelnden Inhalte können sich durch Einzigartigkeit, Authentizität oder Attraktivität auszeichnen. Auch die Person des Vloggers ist maßgeblich für den Erfolg eines Kanals verantwortlich.[5]

Bedeutung für das Social Media Marketing

Vlogging zählt seit einigen Jahren zu einem gesunden Marketingmix. Dies gilt umso mehr für junge Zielgruppen, da sie vorzugsweise soziale Netzwerke und Videoplattformen nutzen. YouTube ist unangefochtener Marktführer in diesem Bereich des digitalen Marketings und zählt zu den Top Websites weltweit.[6] Durch den nutzenorientierten Ansatz kann im Prinzip jeder daran teilhaben. Lediglich ein Computer, ein Internetzugang sowie Kamera und Mikrofon sind notwendig. Die Zugriffszahlen von selbstproduzierten Videos sind im Vergleich zu Blogs um einiges höher. Es ist also davon auszugehen, dass je nach Thema eine weitaus größere Zielgruppe erreicht werden kann.

Die Entwicklungen in der Branche haben allerdings auch zu Kritik geführt: Viele Vlogger lassen sich Produkte zuschicken, um sie auf ihren Vlogs zu bewerben. Auch die Monetarisierung durch Partnerschaften wird häufig kritisiert. Da gerade junge Menschen Videoplattformen nutzen, werden Sponsoring und Werbung kritisch gesehen, wenn dies nicht transparent erfolgt. Videos, die sehr stark auf diese Werbeeffekte abzielen, werden deshalb auch als Haul-Videos (engl.: haul; deutsch: Fang, Ausbeute) bezeichnet.[7]

Einzelnachweise

  1. Naked Lens: Video Blogging & Video Journaling to Reclaim the YOU in YouTube books.google.de. Abgerufen am 10.05.2016
  2. Blogging vs. Vlogging: How to Choose What's Right For You reelseo.com. Abgerufen am 10.05.2016
  3. YouTube-Partnerprogramm – Überblick support.google.com. Abgerufen am 10.05.2016
  4. Ein Vlogger werden de.wikihow.com. Abgerufen am 10.05.2016
  5. 5 Elements of A Great Vlog thesitsgirls.com. Abgerufen am 10.05.2016
  6. The top 500 sites on the web alexa.com. Abgerufen am 10.05.2016
  7. Die – faszinierende ? – Welt der Hauler robertbasic.de. Abgerufen am 10.05.2016

Weblinks

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