Webprotokoll

Das Webprotokoll ist ein Dienst des Unternehmens Google Inc., das der Aufzeichnung und Auswertung der Web- und Suchaktivitäten der Nutzer dient.

Funktionsprinzip

Google erfasst zu diesem Zweck jede Suchanfrage, die über die Suchmaschine gestellt wird, in einem Webprotokoll. Der Nutzer muss sich hierfür in seinen Google Account einloggen, in dem die Informationen gesammelt werden und auch eingesehen werden können. Diese Daten können später ausgewertet und zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden.

Erfasste Daten

Google erfasst für jeden User, der das Webprotokoll nutzt, folgende Aktivitäten[1]:

  • vom Nutzer besuchte Websites
  • in Google gestellte Suchanfragen
  • Informationen über Werbeanzeigen, auf die der Nutzer in irgendeiner Weise reagiert hat (z. B. durch Anklicken)
  • Informationen über generierte Suchergebnisse und private Ergebnisse

Zusätzlich erfasst Google verschiedene Browserdetails des Nutzers, darunter die IP-Adresse, der Browsertyp und die Sprache des Browsers. Zudem wird mindestens ein Cookie verwendet, das der Identifizierung des Browsers dient.

Verwendung der Daten

Die im Webprotokoll verwendeten Daten werden von Google zur Individualisierung verwendet. Hierdurch können personalisierte Google-Suchergebnisse ausgegeben werden. Sucht ein Nutzer beispielsweise häufig nach ähnlichen Themen und bevorzugt dabei eine bestimmte Website, so erscheint diese dank der Personalisierung früher oder später auf höheren Positionen als sie im Ranking tatsächlich eingestuft ist. So versucht Google, die Suchergebnisse noch besser an das Suchverhalten anzupassen und treffsicherere Ergebnisse auszugeben.

Zusätzlich werden die Daten aus dem Webprotokoll auch für andere Google-Dienste verwendet. So kann es beispielsweise passieren, dass der Nutzer auf YouTube]Video-Empfehlungen vorfindet, die zu einer Google-Anfrage von vor einer Stunde passen. Die Google AdSense Anzeigen in verschiedenen Medien können ebenfalls an die durch das Webprotokoll erfassten Interessen angepasst werden.

Grundsätzlich verwendet Google die gesammelten Daten des Webprotokolls auch für andere Produkte. Denn seit dem 1. März lässt Google alle Daten zusammenfließen, um sie für alle Produkte nutzbar zu machen. [2] Insbesondere Google Analytics und Google AdWords nutzen die Daten, um Besucher-Statistiken für Websites zu erstellen und Werbeanzeigen für Nutzer zu generieren. Die Daten sind überaus umfangreich und je nach Google-Produkt bieten sich dem Nutzer ganz verschiedene Möglichkeiten, diese gewinnbringend einzusetzen. So kann mithilfe von Google Analytics das Besucherverhalten einer Website betrachtet werden, um Aussagen über deren Leistungsfähigkeit zu treffen und ggf. einzelne Bereiche der Website hinsichtlich der Inhalte, des Quellcodes oder der Metadaten zu optimieren.

Google Analytics und die Daten des Webprotokolls sind unabdingbar für eine sinnvolle Webanalyse – ersteres bildet das meist genutzte Tool, um die Daten des Webprotokolls auszuwerten, zu segmentieren und grafisch darzustellen.

Bei Google AdWords stehen die Daten des Webprotokolls eher in dem Zusammenhang, dass hier versucht wird, Werbung möglichst effizient einzusetzen. Im Fokus stehen dabei Textanzeigen, die auf bestimmte Keywords und Keyword-Kombinationen geschaltet werden . Diese semantischen Daten stammen aus dem Webprotokoll, ebenso wie weitere Daten (z.B.: IP-Adressen, Suchverlauf oder Klicks auf Anzeigen), die dazu verwendet werden, die Werbeanzeigen beim „richtigen User“ anzuzeigen. Beim Webprotokoll sind diese Daten darüber hinaus personalisiert und an den jeweiligen Google-Account gebunden.

Das Webprotokoll bildet somit den ersten Schritt eines Trackings, das dazu eingesetzt wird, möglichst viele Daten der Nutzer zu sammeln und diese sogar einer bestimmten Person zuzuschreiben. Die Verwendung dieser Daten hat Google immer wieder in die Kritik gebracht und das Unternehmen aus Mountain View muss sich an die jeweiligen Datenschutz-Richtlinien der Landesgesetze halten. [3]

Jedoch willigt der Nutzer mit einem eingeloggten Google-Profil automatisch in die Nutzung der Daten ein. Es sei denn, er deaktiviert das Webprotokoll, um keine personalisierten Suchergebnisse und Textanzeigen angezeigt zu bekommen.

Vor- und Nachteile

Google stellt verschiedene Vorteile des Webprotokolls dar[4]:

  • Wiederfinden bereits besuchter und für gut befundener Webseiten
  • Abruf von Trends zu den eigenen Webaktivitäten
  • treffsicherere Ergebnisse und Empfehlungen durch Personalisierung
  • bessere automatische Vervollständigung
  • Filterung der Suchergebnisse nach bereits besuchten Seiten möglich

Kritisiert wird allerdings, dass Google die Daten aus dem Webprotokoll vor allem auch nutzt, um die Werbung noch besser auf den Nutzer zuschneiden zu können[5]. Was für die Werbetreibenden eine sehr attraktive Entwicklung ist, wird von vielen Nutzern eher negativ bewertet.

Deaktivierung und Löschung des Google Webprotokolls

Das Google Webprotokoll ist standardmäßig bei jedem Nutzer mit Google Account aktiviert. Seit dem 1. März 2012 gibt es einheitliche Datenschutzbestimmungen für rund 70 Google-Dienste, die die Übertragung der Daten aus dem Google Webprotokoll auf andere Dienste des Unternehmens ermöglicht.[6]

Über die History von Google kann jeder Nutzer einsehen, welche Daten über ihn gespeichert sind und diese löschen. Zudem kann man hier das Webprotokoll pausieren. Wird das Webprotokoll deaktiviert, bedeutet dies nicht, dass keine Informationen mehr gesammelt werden. Der Unterschied zum aktiven Webprotokoll liegt allerdings in der Dauer der Aufbewahrung der Daten. Während sie beim aktiven Webprotokoll dauerhaft vorgehalten werden, werden sie beim deaktivierten Protokoll nach rund anderthalb Jahren entweder gelöscht oder anonymisiert in das Archiv aufgenommen. Die Deaktivierung verhindert außerdem die Ausgabe persönlicher Suchergebnisse. Wie man das Google Webprotokoll verwalten und löschen kann, zeigt dieses Video.

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung sollte stets mit deaktiviertem Webprotokoll gearbeitet werden. Andernfalls riskiert der Optimierer, dass die für bestimmte Websites und Keywords angezeigten Rankings inkorrekt angezeigt werden. Insbesondere wenn Kunden das aktuelle Ranking ihrer Website überprüfen, sollten sie darauf hingewiesen werden, dass sie das Webprotokoll deaktivieren müssen. Andernfalls kann es passieren, dass ihre Website auf einer zu hohen Position angezeigt wird.[7]

Einzelnachweise

  1. Support zum Webprotokoll. Google Support. Abgerufen am 03.01.2014.
  2. Google Tracking: So kannst du es abstellen. t3n.de. Abgerufen am 06.06.2014.
  3. Häufig gestellte Fragen. google.com. Abgerufen am 06.06.2014.
  4. Support zum Webprotokoll. Google Support. Abgerufen am 03.01.2014.
  5. Das Google Webprotokoll: Löschung und Deaktivierung. Infodocc.info. Abgerufen am 03.01.2014
  6. Letzte Chance: Google Webprotokoll jetzt löschen. CHIP. Abgerufen am 03.01.2014.
  7. Webprotokoll: Warum Kunden und Agenturen andere Platzierungen sehen. SEOPT.de. Abgerufen am 03.01.2014.

Weblinks

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