Google Cloud Platform

Über die Google Cloud Platform (kurz: GCP) können die vielfältigen Public Cloud Services von Google genutzt werden. Der Serviceumfang reicht vom klassischen Infrastrukturangebote (Infrastructure as a Service) über Entwicklertools (Platform as a Service) bis hin zu in der Cloud gespeicherten und betriebenen Softwareanwendungen (Software as a Service). Die Google Cloud Platform nutzt dieselbe IT-Infrastruktur, die Google auch für die eigenen Endkundenangebote wie die Google-Suche und die Videoplattform YouTube verwendet. Das Angebot, das sich primär an Unternehmen, Organisationen und Institutionen richtet, existiert seit 2008. Die Google Cloud Platform ist nach Amazon Web Services und Microsoft Azure der weltweit drittgrößte Anbieter für Cloud Computing. Zu den bekanntesten Kunden gehören Apple, Airbus, Coca-Cola, Disney und Spotify.

Entstehung[Bearbeiten]

Als Google 1997 als Suchmaschine startete, existierte die für den Betrieb notwendige IT-Infrastruktur nicht. Um die stetig steigende Anzahl an Webseiten crawlen, einen Suchindex aufbauen, mithilfe des Algorithmus ein Ranking berechnen und die Masse an Suchanfragen beantworten zu können, baute Google im Laufe der Zeit eine leistungsstarke Infrastruktur auf.

Ohne eine Cloud-Infrastruktur wäre das ressourcenintensive Angebot von Google heute kaum möglich. Erst diese Infrastruktur hat es dem Unternehmen überhaupt ermöglicht, neue Dienste, Plattformen und Produkte wie Gmail, Google Chrome, Google Maps und YouTube, aber auch Google Ads und das Betriebssystem Android entwickeln und betreiben zu können.

Der Schweizer Informatiker Urs Hölzle, der als achter Mitarbeiter bei Google begann und heute als Senior Vice President für die technische Infrastruktur zuständig ist, sagte: "When you spend five years working on cloud infrastructure, you learn what works – and what doesn't." Diese langjährige Erfahrung, gepaart mit der Nutzung des technischen Rückgrats von Google, sind heute die Vorteile der Google Cloud Platform.

GCP-Angebot[Bearbeiten]

Die Google Cloud Platform bietet mittlerweile deutlich über 100 verschiedene Services an. Basis sind die Compute-Dienste, zu denen mit Compute Enginge skalierbare und leistungsstarke virtuelle Maschinen (VMs) gehören. Kubernetes Engine ist eine produktionsgerechte, verwaltete Umgebung für die Bereitstellung von containerbasierten Anwendungen.

Der Bereich Speicher umfasst beispielsweise Objektspeicher mit globalem Edge-Caching (Cloud Storage), Blockspeicher für VM-Instanzen (Persistent Disk) und Hochleistungsdatenspeicher mit besonders niedriger Latenz (Cloud Filestore). Cloud Spanner ist ein Dienst für geschäftskritische, skalierbare, relationale Datenbanken. Mit Cloud Firestore können Daten von mobilen Apps und Webanwendungen weltweit gespeichert werden.

Im Bereich Netzwerk bietet die Google Cloud Platform mit Cloud CDN ein Content Delivery Network für die schnelle Bereitstellung von multimedialen Inhalten. Cloud Armor schützt vor DoS- und Webangriffen. Zu den Managementtools gehören zum Beispiel Stackdriver für das Monitoring und die Verwaltung von Diensten, Containern, Anwendungen und Infrastruktur. Error Reporting identifiziert Fehler und lässt sie leichter nachvollziehen.

Eine Stärke der Google Cloud Platform sind die zahlreichen Entwicklertools. Besonders beliebt ist Firebase zur Erstellung und Verbesserung von Apps. Auch im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML) will Google sich von der Konkurrenz absetzen. Mit Cloud AutoML lassen sich ganz einfach hochwertige, benutzerdefinierte ML-Modelle trainieren. Mit Cloud Speech-to-Text wiederum lässt sich Sprache in Text umwandeln.

Auch im Bereich Datenanalyse, insbesondere Big Data, kann Google seine Erfahrung ausspielen und stellt mit BigQuery ein vollständig verwaltetes, hoch skalierbares Data Warehouse mit integrierter Machine-Learning-Engine zur Verfügung. Mit Cloud Datalab lassen sich große Datasets untersuchen, analysieren und visualisieren.

Neben zahlreichen Sicherheitsdiensten bietet die Google Maps Platform alles rund um Orte, Karten, Standortdaten, Verkehrsinformationen und Routenplanung. Ein Alleinstellungsmerkmal der Google Cloud Platform.

GCP-Abrechnung[Bearbeiten]

Auf der Google Cloud Platform wird nach dem Pay-as-You-Use-Prinzip abgerechnet. Das heißt, es wird nur das bezahlt, was auch tatsächlich gebraucht wird. Statt eigene Server zu betreiben, bucht man einfach die benötigte Leistung und kann diese jederzeit seinem Bedarf anpassen – in beide Richtungen. Es gibt keine Vertragslaufzeiten oder Kündigungsfristen.

Je nach Produkt wird beispielsweise nach Sekunden, Stunden, Gigabyte oder Anzahl der Nutzer abgerechnet. Rabatte für die kontinuierliche Nutzung sind fester Bestandteil des Pricings. Sie werden gewährt, wenn bestimmte Compute-Engine-Ressourcen während eines erheblichen Teils des Abrechnungsmonats ausgeführt werden (Dauerbetrieb). Ein Gebührenrechner hilft bei der Kostenprognose. Je mehr Dienste benötigt werden, desto komplexer die Kostenrechnung. Deshalb gibt es mittlerweile sogar Dienstleister, die gegen Honorar bei der Kostenberechnung und beim Preisvergleich behilflich sind.

Um das Angebot unverbindlich testen zu können, bietet Google ein Startguthaben in Höhe von 300 Euro, das in den ersten zwölf Monaten nach Registrierung flexibel eingesetzt werden kann.

GCP-Infrastruktur[Bearbeiten]

Wie beim Rivalen Amazon Web Services sind die Google Data Center in Regionen und Zonen unterteilt. In den letzten Jahren hat Google den Rückstand gegenüber Amazon aufgeholt und weltweit mehrere Standorte eröffnet. Ein wichtiger Schritt für das Wachstum, da viele Kunden regionale Rechenzentren bevorzugen.

Seit 2017 gibt es auch ein Google Data Center in Deutschland[1], um die datenschutzrechtlich sensible deutsche Kundschaft besser bedienen zu können. Grundsätzlich sind europäische Unternehmen gemäß Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) dazu verpflichtet, personenbezogene Daten in Europa zu speichern.

Insgesamt kommt Google damit auf 17 Regionen, 52 Zonen und weltweit mehr als 100 Points of Presence in 33 Ländern. Jede Zone entspricht einem physisch getrennten Rechenzentrum. Jedes Data Center ist redundant aufgebaut und mit Google-eigener Technik ausgestattet. So wurde beispielsweise eigens ein Sicherheitschip entwickelt. Überhaupt setzt Google auf ein mehrstufiges, aufeinander abgestimmtes Sicherheitskonzept für seine Data Center[2]. Außerdem besitzt der Anbieter diverse ISO-Zertifizierungen die sicherstellen, dass Google angemessene Richtlinien, Maßnahmen und Werkzeuge zum Schutz der Kundendaten hat[3].

Bedeutung für das Online Marketing[Bearbeiten]

Die IT-Infrastruktur und Dienste der Google Cloud Platform können im Rahmen des Online Marketings für die Entwicklung, Bereitstellung und Analyse neuer Projekte, Apps und Kampagnen genutzt werden. Ein klassischer Anwendungsfall ist beispielsweise das Hosting auch komplexer Webseiten, die mit schwankenden Leistungsanforderungen klarkommen müssen. Durch die dynamische Skalierbarkeit ermöglicht die Google Cloud Platform vielen Projekten überhaupt erst das zum Teil rasante Wachstum.

Die Plattform kann aber beispielsweise auch zur (Echtzeit-)Auswertung von unterschiedlichen Kunden- und Zielgruppendaten aus verschiedenen Datenquellen wie Google AdWords, DoubleClick und YouTube genutzt werden[4]. So können Werbekampagnen nicht erst nach ihrem Ablauf analysiert werden, sondern schon währenddessen dynamisch und effektiv gesteuert werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Google bietet Cloud-Dienste aus deutschem Rechenzentrum an Heise Online. Abgerufen am 05.01.2019
  2. [ https://cloud.google.com/security/whitepaper Whitepaper zur Sicherheit bei Google] Google Cloud Platform. Abgerufen am 05.01.2019
  3. Google Cloud Platform jetzt mit ISO-Sicherheitszertifizierungen ZDNet.de. Abgerufen am 05.01.2019
  4. Marketing-Data Warehouse auf der Google Cloud Platform erstellen Google Cloud Platform. Abgerufen am 05.01.2019

Weblinks[Bearbeiten]


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