Instant Articles

Facebook Instant Articles sind redaktionelle und teilweise interaktive Inhalte, die innerhalb der mobilen App auf Facebook angezeigt werden. Üblicherweise geschieht dies im Stream des Nutzers. Zur Verfügung gestellt werden die Inhalte von Verlagen, Medienhäusern und Nachrichten-Magazinen. Derzeit befinden sich die The New York Times, National Geographic, BuzzFeed, NBC, The Atlantic, The Guardian, BBC News, Spiegel Online und die Bild-Zeitung unter den Kooperationspartnern. Der aktuelle Test läuft auf dem iPhone. Weitere Endgeräte sollen folgen.

Allgemeine Informationen zum Thema

Facebook ist nicht nur ein soziales Netzwerk, sondern auch eine Plattform zur Distribution von medialen Inhalten – ob am Desktop PC oder auf dem Smartphone. Täglich verteilen Millionen Nutzer Links zu Artikeln, Videos, Fotos oder Audioinhalten. Die Nutzer interagieren mit den verschiedenen Medieninhalten. Dieses Engagement wird von Facebook als Datengrundlage verwendet, um Informationen über das Nutzerverhalten zu erhalten. Diese Informationen helfen dem Unternehmen wiederum dabei, relevante Anzeigen zu schalten.

Das soziale Netzwerk erstellt die Inhalte nicht. Es platziert lediglich die Anzeigen. Die Inhalte werden von Publishern erzeugt, beispielsweise von Nachrichten-Magazinen oder Verlagen. Für die Medienhäuser ist Facebook deshalb ein reichweitenstarker Kanal, den sie nutzen können, um User dort abzuholen, wo sie aktiv sind. Im Kontext des mobilen Internets sind das die mobilen Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Netbooks. Durch Rich Media Inhalte werden zusätzlich die Nutzungsmuster verändert – Nutzer können auf verschiedene Weise mit den digitalen Inhalten interagieren, während sie auf Facebook sind.

Funktionsweise

Als Embedded Content sind die digitalen Inhalte für die User nur im Rahmen der mobilen Nutzung von Facebook verwendbar. Die Auslieferung des Contents erfolgt über die CDN-Server des Unternehmens. So wird der Page Speed im Vergleich zu anderen, externen Links um das Zehnfache erhöht. Instant Articles stehen unmittelbar zur Nutzung zur Verfügung. Facebook Instant Articles zeichnen sich aber vor allem dadurch aus, dass sie eine veränderte User Experience ermöglichen: Gemäß den Möglichkeiten mobiler Endgeräte können Nutzer Rich-Media-Inhalte konsumieren und mit ihnen auf verschiedene Weise interagieren. Beispielsweise durch Neigen des Telefons, Zoom- oder Wischgesten. Nutzbar sind darüber hinaus interaktive Karten sowie Like- und Kommentierfunktionen in Teilen des Contents.

Instant Articles sind sowohl für Facebook als Distributionsplattform als auch für Verlage als Inhaltsproduzenten eine Chance, die Nutzung von Facebook und die Inhalte der Verlage zu monetarisieren. Zwar bleiben die Besucher im sozialen Netzwerk und klicken nicht auf die Website eines Publishers, jedoch bietet Facebook hier entsprechende Werbemöglichkeiten an – in den Inhalten. Laut Facebook haben Publisher auf diese Weise die größtmögliche Kontrolle über ihre Inhalte und die Response seitens der Nutzer. Zudem kann das Verhalten der Nutzer mit Tracking-Modellen von comScore und weiteren Analysetools wie Omniture oder Google Analytics nachvollzogen werden.[1]

Vor- und Nachteile von Instant Articles

  • Inhalte werden direkt und unmittelbar auf Facebook angezeigt
  • Durch Tracking und APIs werden Segmentation und Conversions-Optimierung ermöglicht
  • Nutzer können auf verschiedene Weise mit den Inhalten interagieren
  • Verlage haben neue Möglichkeiten des Storytellings und der Multimedia-Präsentation
  • Brand Experience kann durch Corporate Identity (Farben, Font, Layout, Banner und Buttons) beeinflusst werden
  • Werden Ads von Publishern platziert, erhalten sie 100% ROI
  • Inhalte werden personalisiert und gefiltert
  • Starkes Retargeting kann zur Überfrachtung von Inhalten führen
  • Das Social Media Publikum könnte durch [Clickbaiting|Clickbait-Inhalte]] zum Engagement verführt werden
  • Die Erfahrungen, die ein Nutzer mit einer Marke macht, stammen aus wenigen Ressourcen und können mitunter von Tracking-Modellen rekonstruiert werden
  • Werden Ads von Facebook über das Audience Network mobil platziert, bekommen Publisher 70 % ROI

Bedeutung für die Social Media

Instant Articles können als Facebooks Lösung für das Problem von Verlagen und Medienhäusern betrachtet werden, das bei der Monetarisierung von Inhalten zutage tritt.[2] Zugleich war Facebook bisher lediglich eine Distributionsplattform von Inhalten. Mit dem neuen Format ändert sich das: Nutzer finden direkt auf Facebook interaktive Inhalte und Verlage können diese Inhalte auslagern und monetarisieren.

Durch die schnelle Verfügbarkeit werden lange Wartezeiten vermieden, was wiederum zu einem erhöhten Engagement seitens der Nutzer führen kann. Verlage können in den Bereichen Content Marketing, Markenbildung und -führung sowie Branding neue Wege gehen und ihren Lesern moderne Formate bieten, die zur Interaktion anregen. Facebook kündigte zudem an, dass weitere Technologien wie Micropayments in die Instant Articles integriert werden sollen. Hinzu kommt, dass bald weitere Inhaltsproduzenten wie Journalisten oder Blogger Instant Articles nutzen könnten.[3]

Einzelnachweise

  1. Introducing Instant Articles media.fb.com. Abgerufen am 27.05.2015
  2. Instant Articles bei facebook: Fünf grundlegenden Motive der einzelnen Player absatzwirtschaft.de. Abgerufen am 27.05.2015
  3. Facebook: Bezahlsystem für Instant Articles absatzwirtschaft.de. Abgerufen am 27.05.2015

Weblinks

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