Screendesign

Screendesign ist die Gestaltung der grafischen Benutzeroberfläche von Displays. Screendesign umfasst eine Vielzahl von Anwendungsgebieten, bei denen Bildschirme, sogenannte Screens oder Displays, als Teil der Mensch-Maschine-Interaktion verwendet werden. Screendesign ist abzugrenzen von den Funktionen, die eine grafische Benutzeroberfläche aufweist: Die technische Umsetzung ist nicht Teil des Screendesigns.

Allgemeine Informationen

Screendesign kann als Entwerfen der grafischen Benutzeroberfläche (Englisch: Graphical User Interface oder kurz: GUI) verstanden werden. Im Zentrum steht die Anordnung der Elemente, die auf dem Bildschirm zu sehen sind. In erster Linie geht es um das Layout: Ein Entwurf der Informationsarchitektur wird detailliert dargestellt. An welchen Stellen sich Elemente wie Navigation, Texte, Überschriften, aber auch Zwischenüberschriften, Bilder, Videos und weitere Inhalte der Benutzeroberfläche befinden, ist dabei eine wichtige Leitfrage. Das Screendesign befasst sich also mit der Komposition der verschiedenen Elemente und Inhalte und deren Erscheinungsbild auf der jeweiligen Benutzeroberfläche.

Einsatz von Screendesign

Zum Einsatz kommt das Screendesign nicht nur bei Webseiten, mobilen Webseiten oder Apps für Smartphones, sondern auch bei vielen anderen Anwendungen, deren zentrales Element der Benutzerinteraktion verschieden große Displays sind. Diese Ausgabeformate sind eine Herausforderung für Screendesigner, denn Inhalte sollen auf unterschiedlichen Displays angezeigt werden können. Damit geht einher, dass bestimmte Restriktionen und auch Möglichkeiten beachtet und ausgeschöpft werden.

Die Funktionen und möglichen Interaktionsmuster sollen möglichst durch die grafischen Eigenschaften des Mediums unterstützt werden. Gleichzeitig muss der Gesamteindruck des Bildschirms bestimmten ästhetischen Anforderungen genügen. Beispielsweise sollten die Elemente des Screens Proportionen aufweisen, die für den Betrachter oder Benutzer ästhetisch wirken. Diese Ästhetik geht wiederum einher mit der Benutzerführung und hängt direkt mit Aspekten wie Webdesign, Usability oder User Experience zusammen.

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Funktionsarten

Screendesigner arbeiten in der Regel mit Programmierern und Webdesignern zusammen, um durch das Design die Funktionen von Display-Anwendungen zu unterstützen. Dabei müssen sie einerseits die Regeln des Screendesigns beachten und andererseits psychologische sowie technische Faktoren. Denn Screens sind immer Teil der verwendeten Programmier- bzw. Auszeichnungssprache und der möglichen Muster der Benutzerinteraktion. Am Anfang eines Prozesses im Screendesigns steht immer der Benutzer (Vgl. User Centered Design). Screendesign orientiert sich im besten Fall an der Zielgruppe. Barrierrefreie Screendesigns sind daher anders konzipiert als Screendesigns für mobile Endgeräte. Auch Displays für Kinder weisen andere Gestaltungselemente auf als solche für Erwachsene.

Im Verlauf des Gestaltungsprozesses spielen aber auch Aspekte wie das Corporate Design oder die technische Umsetzung mit HTML, PHP und insbesondere CSS wichtige Rollen – Letzteres ist natürlich abhängig vom Anwendungsgebiet und der verwendeten Sprache. Screendesigner erstellen deshalb meist einen Styleguide, der die Interaktionsmuster und das visuelle Design zusammenfasst und dokumentiert. Das Ziel des Styleguides ist die konsequente Umsetzung der verschiedenen Anforderungen für unterschiedliche Ausgabegeräte, Zielgruppen und Funktionen der Benutzeroberfläche.

Inhalte von Styleguides

Styleguides können aus folgenden Faktoren bestehen: [1]

  • Informations- bzw. Seitenarchitektur
  • Allgemeines Layout (Bei Websites ist das der Aufbau von Templates)
  • Grundsätzliche Benutzerführung
  • Detaillierte Angabe von Rastervorlagen für Screens
  • Zuordnungen von Funktionen zu Rastern (Menü, Navigation, Inhalte)
  • Zuordnungen von Funktionen zu Interaktionsarten (Steuerung mit Maus, Tastatur oder Kontextmenüs)
  • Typografisches Konzept (Schriftart, Schriftgröße, Textsatz)
  • Farbkonzept (Farben von Schrift, Hintergründen und Rastervorlagen)
  • Stil von Fenstern, Pop-ups, Infografiken, Icons und Buttons
  • Festlegung von Formaten für Zahlen, Datum oder Adressangaben
  • Design Pattern (Mustervorlage) für spätere Inhalte

Üblicherweise werden im Styleguide auch Beispiele erstellt, die dem Kunden einen konkreten ersten Eindruck der grafischen Benutzeroberfläche vermitteln.

Bedeutung für die Usability

Das Screendesign geht einher mit technischen, psychologischen und nicht zuletzt praktischen Aspekten einer Benutzeroberfläche. Schon im Vorfeld muss die Zielgruppe und das Ziel der Benutzeroberfläche bzw. das Framework, in dem diese vorkommt, beachtet werden. Ob Webseite, mobile Webseite oder Software-Anwendung – das Screendesign entscheidet nicht nur über den ersten Eindruck einer Anwendung, sondern auch über die grafischen Eigenschaften der gesamten Benutzerführung.[2] Deshalb hat das Screendesign einen besonders hohen Stellenwert in den Bereichen Usability, User Experience und Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Das Screendesign kann ein Konversionsfaktor von Webseiten, Apps und Software sein.

Einzelnachweise

  1. Styleguide userinterfacedesign.ch. Abgerufen am 12.07.2014
  2. Der erste Eindruck zählt heise.de. Abgerufen am 12.07.2014

Weblinks

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