Facebook Gruppen

Facebook Gruppen sind kleine, privat betriebene Foren innerhalb der Social-Media-Plattform. Sie stellen einen geschützten Raum dar, in dem man sich mit Gleichgesinnten austauschen, Fragen zu in der Gruppe behandelten Themen stellen und netzwerken kann. Verschiedene Einstellungen machen es möglich, Gespräche an der öffentlichen Community vorbei zu führen.

Ursprünglich waren Facebook Gruppen für private Zwecke gedacht. Doch auch Unternehmen machen sich diese Peer-to-Peer-Funktion von Facebook verstärkt zunutze, um eine eigene Gemeinschaft rund um ihre Produkte aufzubauen oder um Leads zu generieren. Als solche sind sie Bestandteil diverser Online-Marketing- und Social-Media-Marketing-Maßnahmen.

Facebook über die Gruppenfunktion[Bearbeiten]

Im Januar 2018 informierte Mark Zuckerberg über sein Privatprofil auf der Plattform, Gruppen künftig mehr Bedeutung einzuräumen.[1] Dazu wurden Veränderungen am Algorithmus zum Vorteil privater Profile und Gruppen vorgenommen. Statt Beiträge von Facebook Fanseiten, die lange Zeit den Newsfeed der User dominierten, sollten diese auf ihren Startseiten nun wieder mehr private Posts von Freunden und Beiträge aus Gruppen, in denen sie Mitglied sind, auf ihrem Startfeed angezeigt bekommen.

Facebook Gruppen und Fanseiten[Bearbeiten]

Während Unternehmen, Vereine und Personen des öffentlichen Lebens über Facebooks Fanseiten mit einer breiten Masse von Followern kommunizieren können, sind Facebook Gruppen eine geschlossene Einheit mit definierter Zielgruppe.

Die Kommunikation innerhalb von Facebook Gruppen erfolgt in engerem Rahmen. Sie wird überwiegend durch die Überschneidung von Interessen bestimmt. Der Kontakt mit den Usern ist enger, direkter und vertraulicher, als über Facebook Fanseiten.

Seit Juli 2017 besteht die Möglichkeit, Fanseiten nicht mehr nur mit Gruppen zu verknüpfen, die zunächst über ein Privatprofil erstellt werden mussten. Facebook Gruppen können nun auch direkt über Fanseiten erstellt werden. Damit wurden Gruppen deutlich unternehmensfreundlicher.

Der Nutzen von Facebook Gruppen[Bearbeiten]

  • In Facebook Gruppen sind ausschließlich Menschen Mitglied, die sich für das darin spezifizierte Thema interessieren. Der Streuverlust ist entsprechend gering.
  • Aufgrund des gemeinsamen Interesses und der Geschlossenheit, sind die User in Facebook Gruppen eher dazu geneigt, sich an Diskussionen zu beteiligen und darin zu interagieren.
  • Das hat auch mit der erhöhten Privatsphäre zu tun. Besonders in geschlossenen, so genannten geheimen Gruppen, können nur Mitglieder sehen, wer was postet und kommentiert.
  • Wer Mitglied in einer oder mehreren Facebook Gruppen ist, wird durch Alerts über neue Posts in den Gruppen benachrichtigt, in denen er oder sie am aktivsten ist.
  • Als Administrator der Gruppe hat man die volle Kontrolle darüber, welche Themen behandelt werden, in welche Richtung der Diskurs gelenkt wird und über das Verhalten der Mitglieder.
  • Die eigene Gruppe hilft bei der Leadgenerierung und kann den Traffic auf der eigenen Website oder dem Blog steigern - wichtig ist, dass Inhalte für die Gruppenmitglieder interessant sind.
  • Mit Facebook Gruppen kann man die Reichweiteneinschränkungen von Fanseiten[2] abfangen. Die Zielgruppengenauigkeit in Gruppen erhöht die organische Reichweite auf Facebook wieder.
  • Das Betreiben einer Gruppe auf Facebook ermöglicht es dem Administrator, sich mit nützlichen Tipps, Live-Events und relevanten Beiträgen einen Expertenstatus aufzubauen.
  • Für Unternehmen sind Facebook Gruppen für Marketing-Analysen interessant. Hierin erhalten sie konstruktives Feedback zu ihrem Brand direkt aus der Lebenswelt ihrer Kunden.
  • Unternehmen können durch die verschiedenen Tools und Features in Facebook Gruppen Mitglieder dazu animieren, User Generated Content zu erstellen.


Facebook Gruppen und SEO[Bearbeiten]

Facebook Gruppen können bereits ab der Erstellung individualisiert werden. Für die Sichtbarkeit der eigenen Gruppe sind 4 Einstellungsmöglichkeiten wichtig.

  • Der Gruppenname: Für den Titel der Gruppe gelten die gleichen SEO-Regeln wie für Blogartikel und Webseiten-Headlines. Im Idealfall beinhaltet der Gruppenname das Keyword, Interesse oder den Brandnamen, nach dem die Zielgruppe sucht.
  • Die Tags: Laut Facebook helfen auch die Markierungen dabei, dass User Gruppen besser finden. Die Tags greifen die wichtigsten Themen auf, die in der Facebook Gruppe behandelt werden. Facebook unterstützt die richtige Tag-Suche mit eigenen Vorschlägen.
  • Die Gruppen-URL: Im Feld „Internetadresse“ wird eine sogenannte Vanity-URL für die Gruppe festgelegt. Diese kann bis zu einer Mitgliederanzahl von 5.000 Usern jederzeit angepasst werden. Sie sollte ebenso wie der Gruppenname die wichtigsten Tags und Keywords beinhalten.
  • Die Öffentlichkeit: Bei Facebook Gruppen werden 3 Privatsphäre-Einstellungen unterschieden. Geheime oder geschlossene Gruppen haben eine höhere Mitgliederinteraktion, aber nur öffentliche und geschlossene Gruppen werden über die Facebook- und Google-Suche gefunden.


Aktuelle Entwicklungen[Bearbeiten]

Mitte 2018 kündigte das Soziale Netzwerk an, bezahlte Gruppen einführen zu wollen.[3] Der Testlauf ist zunächst auf den US-amerikanischen Markt beschränkt. Bei diesen kostenpflichtigen Communities, können Administratoren sich die Mitgliedschaft von Usern bezahlen lassen. Sie können zwischen monatlichen Beträgen von 2,99 USD bis 29,99 USD wählen.

Für User in den Facebook Gruppen mit Abo-Funktion besteht die Möglichkeit, ihre Mitgliedschaft monatlich zu kündigen. Aktuell bietet Facebook eine Bezahlfunktion über iTunes und den Google-Playstore an. Wie hoch der Anteil der Einnahmen für den Gruppenadministrator sein soll, ist derzeit (Stand: Februar 2019) nicht bekannt.

Facebook hat bisher (Stand: Februar 2019) nicht verlautbaren lassen, wie erfolgreich die Bezahlfunktion von Gruppen ist und ob oder wann diese Abonnementfunktion in Deutschland verfügbar sein wird. Ebenso bedeckt hält sich das Netzwerk darüber, ob die Bezahlschranke für alle Gruppen obligatorisch eingeführt oder ob es ein optionales Feature wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Post von Mark Zuckerberg facebook.com/zuck. Abgerufen am 18.02.2019.
  2. Warum die organische Reichweite auf Facebook schwindet und wie Sie den Algorithmus austricksen blog.hubspot.de. Abgerufen am 18.02.2019.
  3. Introducing Subscription Groups for Admins newsroom.fb.com. Abgerufen am 18.02.2019

Weblinks[Bearbeiten]