InApp Advertising

Mit InApp Advertising wird die Anzeige verschiedener Werbemittel innerhalb einer App bezeichnet. Werbemittel wie Banner, Interstitial oder Rich Media Ads werden nur dann dargestellt, wenn Nutzer eine App mit ihrem mobilen Endgerät verwenden. Im Gegensatz zu Ads, die im Internet während des mobilen Surfens sichtbar werden, sind InApp Ads an bestimmte Applikationen gebunden. Durch die Integration soll das Nutzererlebnis positiv beeinflusst werden, um letztendlich die Klickraten dieser Werbeform zu erhöhen.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

InApp Advertising dient vielen Entwicklern zur Monetarisierung einer App. Sie entscheiden sich für ein Modell, das den Download und die Nutzung kostenfrei anbietet. Die Entwicklungskosten werden dann mithilfe von Werbung nivelliert. Da die Nutzungszahlen mobiler Endgeräte stetig wachsen, werden auch die Werbepotenziale hoch eingestuft. Allerdings bestehen auch bei dieser Werbeform die üblichen Schwierigkeiten wie eine zu hohe Frequenz von Werbeeinblendungen und eine darauffolgende Banner Blindness. Um das zu vermeiden, werden Design und Interaktionsoptionen der Ads auf das Umfeld – die App – abgestimmt.[1]

Die Werbeeinblendungen in der App zu platzieren, scheint zunächst eine Antwort auf die Frage zu sein, wie das Nutzungserlebnis mit geschickt platzierter Werbung verknüpft werden kann. Erste Daten belegen den Trend hin zu InApp-Adertising: Während die Klickraten (CTR) im mobilen Web bei etwa 0,23 % liegen, sind es bei Tablets und Apps etwa 0,59 und 0,56%.[2] Dies gilt insbesondere für bestimmte Branchen und Kategorien von Apps, wie Reisen und Unterhaltung. Neben Native Advertising und In-Game Advertising sind integrierte Werbeanzeigen eine Form von Werbung, die sich möglichst nahtlos in das Benutzererlebnis einfügt.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Wie bei anderen Werbeformen auch sind für die Anzeige von Ads in Applikationen ein AdServer und eine Werbenetzwerk erforderlich. Zahlreiche Werbenetzwerke haben sich auf die mobile Nutzung spezialisiert. Admob von Google, iAd von Apple, Hunt, Adfonic oder Madvertise für den deutschen Sprachraum zum Beispiel.[3] Je nach Plattform und Endgerät stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, integrierte Werbung auszuliefern. Anbieter wie Google und Apple geben Marketern und Publishern verschiedene Hilfestellungen an die Hand, um die Werbung auf ihren Plattformen so effektiv wie möglich zu gestalten.

Auch das Targeting ist wichtig: Durch die Wahl von Kategorien bei den App-Plattformen können Zielgruppen gefunden werden, um das USP des beworbenen Produktes zu kommunizieren. Die Auslieferung von InApp Ads kann auch spezieller definiert werden, wenn Werbenetzwerke zum Einsatz kommen. In diesem Zusammenhang bieten Organisationen wie die AGOF, der BVDW oder BITKOM wertvolle Informationen, um das Targeting mit belastbaren Daten zu optimieren. Externe Anbieter können ebenfalls engagiert werden, wenn das Projekt InApp Advertising ausgelagert werden soll. Alternativ kann im Rahmen von direkten Kooperationen mit App-Entwicklern für ein bestimmtes Angebot geworben werden. So schalten viele Reiseanbieter zum Beispiel Werbung in Wetter-Apps.[4]

Arten von InApp Ads[Bearbeiten]

Es stehen zahlreiche Formen und Arten von InApp Ads zur Verfügung. Im deutschen Sprachraum bemüht sich der BVDW um deren Standardisierung, in den USA ist dies der IAB. Eine Auswahl verschiedener Arten von InApp Ads.

  • Banner Ads: Werden auch als Splash Screen Ads oder Fullscreen Ads bezeichnet. Sie weisen die geringsten CTR auf und können das Nutzererlebnis negativ beeinträchtigen.
  • Interstitial Ads: Einblendungen, die während der Interaktion mit der App an ganz bestimmten Stellen, sichtbar sind.
  • Rich Media Ads: Filmstrips, Videos und Animationen werden an bestimmten Punkten in der App oder während des Ladens gestartet.
  • Native Ads: An die Inhalte der App angepasste Form von Werbung. Native Ads fügen sich in das redaktionelle Umfeld einer App ein, um das Nutzungserlebnis nicht zu unterbrechen.
  • Overlay Ads: Interaktive Ads, die das Engagement der Nutzer nach sich ziehen können. Buttons zum Kaufen, zur Newsletter-Anmeldung oder zum Download einer App sollen die Leads erhöhen.
  • Captureform Ads: Kontaktformulare bieten einen – oft incentivierten – Opt-in für Email-Marketing und Newsletter-Versand.
  • Notification Ads: Es werden Push-Mitteilungen an die Statusleiste des Endgerätes versendet.

Prinzipiell ist es möglich, verschiedene mobile Funktionen des Endgerätes nutzbringend zu verwenden. Lagesensoren, Geodienste und eine Verbindung mit der Gestensteuerung bei Smartphone erhöhen das Engagement seitens der Nutzer. Dies wird häufig bei Rich Media Ads umgesetzt.

Bedeutung für das Mobile Marketing[Bearbeiten]

InApp Advertising zählt neben Native Advertising zu den Hoffnungsträgern der Werbeindustrie. Die ersten Zahlen belegen, dass diese Art von Werbung im Vergleich zur Banner Werbung besonders effektiv ist. Der Vorteil ist klar: Während der Nutzung von kostenlosen Applikationen, werden Werbeeinblendungen in der App als wenig störend empfunden. Nutzer ziehen zudem womöglich in Betracht, dass die Werbung an dieser Stelle dazu dient, die Kosten für die Entwicklung einer App zu tragen. Darüber hinaus sind InApp Ads so konzipiert, dass sie das Nutzungserlebnis nicht stören oder unterbrechen. Ads werden als Bestandteil der App wahrgenommen. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber der herkömmlichen mobilen Werbung.

Gemeinsam mit weiteren Trends im Mobile Marketing, wie Behavioral Data, Location Based Services und Native Advertising darf InApp Advertising als zukunftsweisende Option im Mobile Marketing betrachtet werden.[5] Jedoch ist auch dieser Trend mit Vorsicht zu genießen: Die Erwartungen der Nutzer sind hoch. Werden diese nicht erfüllt, sehen sie sich nach Alternativen um und laden sich eine andere App herunter.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Smartphones sprechen Kunden an mittelstandswiki.de. Abgerufen am 16.07.2015
  2. Study: Mobile Ads Actually Do Work - Especially In Apps forbes.com. Abgerufen am 16.07.2015
  3. 20 Advertising Networks to Monetize Your Mobile App hongkiat.com. Abgerufen am 16.07.2015
  4. Dort werben, wo Mobilnutzer warten mittelstandswiki.de. Abgerufen am 16.07.2015
  5. 9 Mobile Marketing Trends Dominating 2015 business2community.com. Abgerufen am 16.07.2015
  6. How to Monetize Your App: Banner Ads Vs Native Ads vs In-App Purchases forbes.com. Abgerufen am 16.07.2015

Weblinks[Bearbeiten]