Rich Cards


Rich Cards sind eine Darstellungsvariante von bestimmten Inhalten in der mobilen Google-Suche. Webmaster können diese Darstellung wählen, indem sie Inhalte wie Rezepte und Filme mit dem JSON-LD-Format auszeichnen. Die Inhalte werden dann in einem visuellen Format angezeigt, dass die mobile User Experience und das Engagement erhöhen soll. Rich Cards können als Weiterentwicklung von Rich Snippets betrachtet werden und bauen auf dem Vokabular von Schema.org auf. Somit sind sie eine semantische Auszeichnung, die dem mobilen Nutzer einen ersten optischen Eindruck der Inhalte vermittelt.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Google testet relativ häufig neue Darstellungsvarianten in der Google-Suche. Vor dem Hintergrund der mobilen Suche und der steigenden Zahl an Nutzern von mobilen Endgeräten sind Rich Cards eine Entwicklung, die sich in die Änderungen von Google inhaltlich einfügt: Mobile First ist die Devise. Gemeinsam mit Accelerated Mobile Pages (AMP) können die Darstellungsformen von Rich Cards vergrößert werden. Aktuell werden sie in einem Karusell Format angezeigt: Das angereicherte visuelle Format lässt sich durch Scroll- und Wischgesten leicht steuern, sodass Nutzer die zur Verfügung gestellten Bilder und Inhalte auf mobilen Endgeräten konsumieren können. Der Fokus der Einführung von Rich Cards liegt auf der mobilen User Experience, die durch Technologien wie AMP oder mobile Optimierungen noch erhöht werden kann.[1]

Webmaster und Website-Betreiber haben mit Rich Cards die Möglichkeit, ihre Inhalte auf neue Weise anzubieten und durch die veränderte Darstellungsform bei bestimmten Zielgruppen zu vermarkten. Beispielsweise bei jüngeren Zielgruppen, die eine hohe Affinität für mobile Endgeräte zeigen. Zwar sind bisher nur Auszeichnungen für Rezepte und Filme wählbar und die Ergebnisse werden zunächst nur auf der englischsprachigen Version von Google angezeigt, aber die Änderung soll bald auch global ausgerollt werden (Stand 20.05.2016). Für die Einbindung von Rich Cards stehen die üblichen Entwicklerwerkzeuge wie eine ausführliche Dokumentation für strukturierte Daten, die Anbindung an eine API sowie das Structured Data Testing Tool zur Verfügung.[2] Damit sollen Webmaster und Betreiber bei der Implementation begleitet werden – auch zur Einbindung eines Performance Monitoring.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Rich Cards werden mithilfe einer JavaScript-Notation eingebunden, die das empfohlene Format JSON-LD nutzt, um dieses nach der Auszeichnung durch verlinkte Daten automatisch verarbeiten zu können und in den mobilen Ergebnislisten von Google anzuzeigen.[3]

<script type="application/ld+json">Hier steht der Code für Rich Cards.</script>

Bei einem Rezept folgen beispielsweise Metaangaben zum Schema.org Kontext, um das verwendete Vokabular zu spezifizieren, sowie Urheberinformationen, Beschreibungen und Bewertungen. Der Beginn einer Rich Card kann folgendermaßen aussehen:

<script type="application/ld+json">{
  "@context": "http://schema.org/",
  "@type": "Recipe",
  "name": "Perfect Apple Pie",
  "author": "Gin Blanco",
  "image": "http://images.edge-generalmills.com/56459281-6fe6-4d9d-984f-385c9488d824.jpg",
  "description": "A classic apple pie takes a shortcut with easy Pillsbury® unroll-fill refrigerated pie crust.",
  "aggregateRating": {
    "@type": "AggregateRating",
    "ratingValue": "4.5",
    "reviewCount": "276",
    "bestRating": "5",
    "worstRating": "1"
  },</script>

Ein Komma trennt die Codeblöcke voneinander, geschweifte Klammern gruppieren indessen Datenfelder und Attribute. Anschließend können viele verschiedene Felder und Attribute benutzt werden, die zum Beispiel Nährwertangaben (nutrition), Zutaten (recipeIngredient) und eine Anleitung (recipeInstructions) beinhalten. Nach dem Trennkomma sind weitere Datenfelder möglich:

"prepTime": "PT30M",
  "totalTime": "PT3H",
  "recipeYield": "8",
  "nutrition": {
    "@type": "NutritionInformation",
    "servingSize": "1 medium slice",
    "calories": "230 calories",
    "fatContent": "1 g",
    "carbohydrateContent": "43 g",
    "cholesterolContent": "0 mg",
    "fiberContent": "1 g",
    "proteinContent": "1 g",
    "saturatedFatContent": "2 ½ g",
    "servingSize": "1 Serving",
    "sodiumContent": "200 mg",
    "sugarContent": "27 g",
    "transFatContent": "0 g"
  },
  "recipeIngredient": [
    "1 box Pillsbury™ refrigerated pie crusts, softened as directed on box",
    "6 cups thinly sliced, peeled apples (6 medium)",
    "3/4 cup sugar",
    "2 tablespoons all-purpose flour",
    "3/4 teaspoon ground cinnamon",
    "1/4 teaspoon salt",
    "1/8 teaspoon ground nutmeg",
    "1 tablespoon lemon juice"
  ],
  "recipeInstructions": [
    "Erster Schritt",
    "Zweiter Schritt",
    "Dritter Schritt"
   ]
}</script>

Bei der Auszeichnung von Rich Cards für Filme stehen andere Felder und Eigenschaften zur Auswahl.

Praxisbezug[Bearbeiten]

  • Google empfiehlt es allen Webmastern, die möglichen Datenfelder und Attribute zu erkunden, die mit dem JSON-LD-Format ausgezeichnet werden können und von Google unterstützt werden.
  • Eine Vorschau ist im Structured Data Testing Tool zu sehen, sobald eine URL referenziert wurde, die JSON-LD-Quellcode nutzt. Es ist möglich, Rich Cards von einer URL oder von verschiedenen URLs im Karusellformat darzustellen.
  • Ob eine Rich Card Datei valide ist, lässt sich mit dem Structured Data Testing Tool herausfinden. Es stellt die Rich Card so dar, dass alle gewählten Datenfelder und Auszeichnungen ausgegeben und eventuelle Warnungen und Fehler angezeigt werden. Validität ist eine Voraussetzung dafür, dass Rich Cards in den SERPs angezeigt werden.
  • In der Search Console von Google stehen Informationen über Rich Cards und deren Indexierung bereit. Falls Fehler vorhanden sind, sind diese direkt mit dem Testing Tool verlinkt, sodass sie behoben werden können.
  • Darüber hinaus empfiehlt Google die Erstellung einer Sitemap für alle ausgezeichneten Inhalte. Auf diese Weise können sie leichter von Google indexiert werden.[4]

Aktuell bietet Google lediglich eine Betaversion für das Monitoring an. Unter dem Reiter Rich Results sollen dann Performancewerte für unterschiedliche Rich Cards in der Search Console angeboten werden. Zum Beispiel Klickraten und Impressionen. Inwiefern sich Rich Cards auf die Performance auf mobilen Endgeräten auswirken werden, lässt sich in diesen Reports feststellen.[5]

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung[Bearbeiten]

Rich Cards sind ein weiterer Schritt in Richtung eines semantischen Internets. Dadurch dass sie auf Rich Snippets aufbauen, sind vorausgegangene Formate nicht überflüssig und können weiterhin verwendet werden – dies ist ein wesentlicher Vorteil der JSON-LD Formate, die beispielsweise kompatibel mit RDFa Formaten sind. Für Anbieter von bestimmten Arten von Inhalten sind Rich Cards eine Möglichkeit, potenzielle Kunden auf Angebote in den mobilen SERPs aufmerksam zu machen. Derzeit zählen Websites für Rezepte, Koch- und Backanleitungen sowie Websites für Filmbewertungen zu diesen Anbietern. In nicht allzu ferner Zukunft dürften weitere Inhaltsformate hinzukommen. Google selbst deutet darauf hin, dass sich die technische Umgebung für Rich Cards stetig weiterentwickeln wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rich cards developers.google.com. Abgerufen am 20.05.2016
  2. Search Features developers.google.com. Abgerufen am 20.05.2016
  3. Testing Tool für strukturierte Daten search.google.com. Abgerufen am 20.05.2016
  4. Introducing rich cards webmasters.googleblog.com. Abgerufen am 20.05.2016
  5. Google launches rich cards for movie and recipe websites searchengineland.com. Abgerufen am 20.05.2016

Weblinks[Bearbeiten]