Mobile First

Mit dem Begriff Mobile First wird ein Konzept für das Webdesign sowie die Konzeption von Webseiten bezeichnet. Dieses Konzept sieht vor, dass die für mobile Endgeräte optimierte Version zuerst entsteht und sukzessive Erweiterungen stattfinden. Damit folgt die Strategie „Mobile First“ dem Trend, dass immer mehr Nutzer mit dem Smartphone oder Tablet im Internet surfen und nicht mit dem Desktop.

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Hintergrund

Die Webentwicklung sowie das Webdesign haben sich von Beginn an ausschließlich auf die Ausrichtung von Websites für stationäre Desktops konzentriert. Zunächst war das Design jedoch aufgrund der geringeren Downstream-Bandbreiten relativ schlicht, denn der Anschluss an das Internet erfolgte in den 1990er-Jahren noch per Einwähl-Modem und Geschwindigkeiten von maximal 54 kbit/s. Folglich mussten Design sowie Funktionalität an die Surfgeschwindigkeit angepasst werden. Doch schließlich konnten Websites immer mehr Features bieten, denn die Downloads wurden dank DSL immer schneller. Mit Highspeed-Internet via VDSL lassen sich je nach Region Geschwindigkeiten von mehr als 100 Mbit/s erzielen. Die Ladegeschwindigkeiten moderner Websites könnten heute mit einem herkömmlichen Einwähl-Modem nicht mehr realisiert werden.

Doch während sich die Internetzugänge zuhause schnell weiterentwickelten, entstand parallel dazu auch das mobile Internet, das von Beginn an mit dem GSM-Standard möglich war und mit WAP eine erste Spezialisierung erfuhr. Nachdem auch die mobilen Datenverbindungen sukzessive schneller wurden und heute mit der vierten Mobilfunkgeneration LTE ihren vorläufigen Höhepunkt hatten (Stand Mai 2014), wurde auch die mobile Internetnutzung immer populärer. So nutzten bspw. in Deutschland im Jahr 2013 mehr als 70 Prozent der Internetuser auch ihr Smartphone zum Surfen.[1]

Im Zuge dieser Parallelentwicklung müssen sich Webdesigner, Webmaster und auch SEOs immer häufiger fragen, wie Inhalte für mobile Endgeräte optimiert werden können. Die mobile Optimierung ist eine Konsequenz aus diesen Überlegungen. Die Strategie „Mobile First“ setzt dabei an einer anderen Stelle an, und zwar am Anfang aller Überlegungen. Trends wie Responsive Design greifen diese Ideen auf.

Google hat die Bedeutung von Mobile First nochmals verstärkt, seit der Suchmaschinenkonzern die Mobile Friendliness 2016 zum Rankingfaktor und später den mobilen Index zum primären Index gemacht hat.

Das Prinzip

Üblicherweise wird eine Website für Desktops konzipiert. Webdesigner und Programmierer entwickeln demnach umfangreiche Funktionen und Grafiken, die sowohl auf große Bildschirme als auch auf schnelle Datenverbindungen ausgelegt sind. Eine mobile Version eines Shops oder einer Website wird erst im zweiten Schritt geplant und ist meist nur eine Art „Anhängsel“ der Hauptseite. Im Sinne von Mobile First werden die Prioritäten anders gesetzt.

Zunächst werden folgende Fragen beantwortet:

  • Was ist der zentrale Aspekt meiner Seite?
  • Welche Elemente meiner Website sind für das Webdesign unbedingt nötig?
  • Welche Bereiche sollen unbedingt auf Desktops und mobilen Endgeräten funktionieren?
  • Für welche Bildschirmgröße sind meine Inhalte ausgelegt?

Die Konzeption einer Website wird somit auf das Rudimentäre und das Wesentliche beschränkt. Es wird nicht mehr als nötig programmiert und eingerichtet, um eine maximale Funktionalität auf allen Endgeräten zu erzielen. Skizzen von Webseiten werden direkt für die Smartphone-Bildschirme entworfen. Auf diese Weise bleibt kein Platz für große Bilder oder Funktionen. Doch nicht nur die optisch sofort ersichtlichen Bereiche werden radikal gekürzt, sondern auch der Quellcode. Funktionen wie JavaScript werden z.B. üblicherweise bei Mobile First überhaupt nicht berücksichtigt. Die Seite selbst kann sofort in HTML5 programmiert werden.

Die Vorteile

Wer die Strategie des Mobile First verfolgt, kann von vielen Vorteilen profitieren. Zum einen wird er damit dem Trend gerecht, mit Smartphones im Internet zu surfen. Eine mobile Optimierung findet somit automatisch schon zu Beginn der Websitekonzeption statt. Doch auch die Desktopversion kann von Mobile First profitieren. Denn im Grunde handelt es sich nicht um einen Design-Ansatz, sondern um einen Content-bezogenen Ansatz: nur die wichtigsten Inhalte kommen auf der Seite vor und nur das Wesentliche wird dargestellt. Wer seine Website später noch um weitere Funktionen erweitern will, kann das problemlos tun. Zudem kann eine für mobile Endgeräte optimierte Seite aufgrund der schlankeren Struktur leichter an neue Entwicklungen angepasst werden als eine herkömmlich programmierte Website.

Einzelnachweise

  1. Mobile Internetnutzung über Handy in Deutschland de.statista.com Abgerufen am 21.05.2014

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