Mobile Content

Mobile Content bezeichnet jegliche Medieninhalte, die per mobilem Endgerät erreichbar sind und abgerufen werden können. Dies umfasst zunächst Texte, Bilder, Videos und Werbemittel; aber auch Musikinhalte, Klingeltöne oder Podcasts. Die verschiedenen digitalen Inhalte werden mithilfe des mobilen Internets, Technologien wie HTML5 und CSS3 sowie verschiedenen Endgeräten (engl.: Devices) an die Nutzer ausgegeben.

Durch Technologien wie GPS, NFC oder Augmented Reality sind darüber hinaus ortsabhängige Dienste, mobile Payments und interaktives Lernen möglich. Die Nutzungsmuster von mobile Content können durch Tracking- und Performance-Anwendungen erfasst, überprüft und optimiert werden. Eine hohe Benutzerfreundlichkeit ist oft das oberste Ziel bei der Erstellung, Ausgabe und Vermarktung von Inhalten für mobile Endgeräte.

Allgemeine Informationen zum Thema

Aktuellen Statistiken zufolge beträgt der weltweite Datenverkehr im mobilen Internet etwa 2,5 Milliarden Gigabyte. Es wird geschätzt, dass das Datenvolumen 2016 fast das Dreifache betragen wird.[1] Immer mehr Nutzer surfen im mobilen Web, suchen nach Informationen oder Unterhaltung und interagieren mit den verschiedensten Inhaltsvarianten von mobilem Content.

Mit dem Ausrollen des Mobile Friendly Updates unterstrich der Suchmaschinenkonzern die Bedeutung der verschiedensten Aspekte von mobile Content. Zudem investierte Yahoo in Flurry, ein Analyse-Programm für die Auswertung des Nutzerverhaltens auf mobilen Endgeräten.[2] Es kann also vermutet werden, dass mobile Inhalte in Zukunft noch gefragter sind.

Merkmale von Mobile Content

Durch die Eigenschaften mobiler Endgeräte und den damit verbundenen Rahmenbedingungen ergeben sich unterschiedliche Aspekte, die beim Thema Mobile Content wichtig sind.

  • Erstellung: Bei der Erstellung von Mobile Content spielen Aspekte wie Ladezeiten, Leseverhalten und wenig Raum zur Darstellung wichtige Rollen. Texte sind meist wesentlich kürzer. Eine übersichtliche Strukturierung der Inhalte mit Überschriften, Absätzen und Fettmarkierungen erleichtert die Informationsaufnahme seitens der Nutzer. Während Nutzer auf herkömmlichen Websites den Content nach dem F-Form Muster scannen und durchlesen, wird bei mobile Content davon ausgegangen, dass hier das sogenannten goldene Dreieck relevanter ist. Der Blick der Nutzer geht zu einem großen Teil auf die Mitte des Displays und wandert nur teilweise nach oben sowie nach rechts und links an die Seiten des Displays.[3] Dieses Leseverhalten kann durch die Informationsarchitektur und das Layout unterstützt werden.
  • Interaktion: Bilder, Videos und Animationen sollten nicht nur im Hinblick auf das geringere Datenvolumen optimiert, sondern auch gemäß den aktuellen Standards ausgezeichnet werden, damit die Darstellung keine Probleme bereitet. Kommen Werbemittel ins Spiel, sollten diese die Interaktion mit den Inhalten nicht stören. Im Vergleich zu Content, der von stationären Klienten abgerufen wird, ist mobiler Content durch andere Interaktionsmuster zu kennzeichnen.[4] Die Navigation per Kurzmenü, das Scrollen oder die Steuerung mit Zieh- und Wischgesten führen dazu, dass mobile Content andere Bedingungen erfüllen muss als herkömmlicher Webcontent, der nicht für mobile Geräte optimiert wird. Gerade bei der Einbettung von Content in Apps wird dies deutlich. Denn hier erfolgt die Interaktion im Rahmen der Möglichkeiten, die die App zur Verfügung stellt.
  • Ausgabe: Grundsätzlich gibt es drei Szenarien, um Content an mobile Geräte auszuliefern.[5] Beim Responsive Webdesign werden die Inhalte bereits bei der Editierung so angepasst, dass die Darstellung und die Interaktionsmöglichkeiten sich je nach Größe des Displays verändern. Mit Dynamischen URLs werden unter einer URL unterschiedliche Quellcodevarianten ausgegeben. Eine mobile Website ist dadurch gekennzeichnet, dass es für jede Desktop-URL eine mobile Version gibt. Google bevorzugt das Responsive Design. Allerdings kann es je nach Projekt sinnvoll sein, sich für einen der anderen Ansätze zu entscheiden. Nicht zuletzt ist dies eine Frage des Budgets. Nutzer sind jedoch zunehmend bereit, für mobilen Content auch Geld zu bezahlen.[6]
  • Performance: Das Thema Mobile ermöglicht zahlreiche Varianten, die Leistung von Content zu erfassen. Nicht immer stehen dabei Sales im Vordergrund. Auch Anmeldungen für Newsletter, Downloads von Whitepapern oder geteilte Inhalte in sozialen Netzwerken können KPIs sein. Technologien wie In-App-Tracking und geobasierte Dienste erlauben es, die Nutzungsmuster und Kundensegmente genauer zu verstehen. Technologien wie NFC unterstützen die Performance auf Nutzerseite im Bereich Mobile Payment.
  • Diversifizierte Inhalte: Die technischen Eigenschaften mobiler Endgeräte führen zu unterschiedlichen Varianten von Content. Kurzvideos (engl.: Vines), Infografiken und Bilder können geeignete Mittel sein, um die Nutzer zur Interaktion zu bewegen. Gleiches gilt für Webinare und Podcasts. Je nach Kundensegment, Altersgruppe und Endgerät (Smartphone, Tablet, Netbook) können verschiedene Arten von digitalen Medieninhalten gezielt für Traffic sorgen, das Engagement der Nutzer erhöhen und Leads erzeugen.[7]

Bedeutung für das Mobile Marketing

Spätestens seit Google's Mobile First Strategie und dem Mobile Friendly Update sind die Weichen für die nächsten Jahre gestellt worden. Neben der Usability steht Mobile Content mit all seinen Facetten im Zentrum von Überlegungen, wie die Suchintentionen der Nutzer auf mobilen Endgeräten bedient werden können und welche Möglichkeiten damit verbunden sind.

Wie schon bei der Optimierung von Websites und Content im herkömmlichen Sinne, gehen Mobile SEO und Mobile Content mit einer vernünftigen Content Marketing Strategie einher. Der Content ist das Kernstück; das mobile Framework - mitsamt Informationsarchitektur, verwendeten Programmier- und Auszeichnungssprachen sowie den unterschiedlichen Ausgabemedien und Kommunikationstechnologien - ergänzt idealerweise die Nutzererfahrung auf verschiedenen Ebenen. Von der Content-Erstellung über das Interaktionsdesign bis hin zu diversifizierten Inhalten, die angepasst ausgegeben werden, sind unterschiedliche Aspekte zu beachten. Sinnvoll ist eine Strategie, die bei den verschiedenen User Cases beginnt und antizipiert, wie Nutzergruppen mobilen Content verwenden.

Mitunter potenzieren sich die technischen Möglichkeiten: Dank NFC, RFID und Augmented Reality kann Mobile Content die Interaktionsmuster noch grundlegender verändern und einen Teilaspekt des Ubiquitous Computing (deutsch: ubiquitäres Rechnen) ausmachen.[8] Mit aktuell etwa 34 Millionen Nutzern von mobilem Internet und steigenden Nutzerzahlen ist es für Unternehmen ein beachtlicher Markt.

Die Chancen, sich an diesem Markt zu positionieren, sind sehr vielfältig und längst nicht durch Websites beschränkt.[9] Einige Beispiele sind Social Gaming, Mobile Payment, Mobile Marketing oder Mobile Ticketing. Auch im Bereich B2B gibt es zahlreiche innovative Lösungen wie Mobile Content Management, File-Sharing, Synchronisation und mobile Vertriebssoftware für den Außendienst.[10]

Einzelnachweise

  1. Prognose zum monatlichen mobilen Datenverkehr weltweit von 2014 bis 2019 (in Exabyte pro Monat) de.statista.com. Abgerufen am 22.05.2015
  2. The Mobile Content Explosion flurrymobile.tumblr.com. Abgerufen am 22.05.2015
  3. How to Write Content That Engages Mobile Readers contentmarketinginstitute.com. Abgerufen am 22.05.2015
  4. Your Content, Now Mobile alistapart.com. Abgerufen am 22.05.2015
  5. SEO für Mobilgeräte developers.google.com. Abgerufen am 22.05.2015
  6. Bei welchen dieser Funktionen und Dienstleistungen für das Handy wären Sie grundsätzlich bereit eine zusätzliche Gebühr zu bezahlen? de.statista.com. Abgerufen am 22.05.2015
  7. The Key Ingredients to a Winning Mobile Content-Marketing Strategy entrepreneur.com. Abgerufen am 22.05.2015
  8. Welche dieser mobilen Trends sind Ihrer Meinung nach besonders relevant für das Thema „Mobile Content“? de.statista.com. Abgerufen am 22.05.2015
  9. Welches sind aus Ihrer Sicht die drei größten Vorteile, die Mobile Content im Rahmen der Unternehmenskommunikation bietet? de.statista.com. Abgerufen am 22.05.2015
  10. Mobile Content Management in Deutschland 2014 idc.de. Abgerufen am 22.05.2015

Weblinks

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