Feature Phone

Als Feature Phone werden Mobiltelefone bezeichnet, die im Vergleich zu einem Smartphone weniger Rechenkapazitäten und einen geringeren Funktionsumfang besitzen. Feature Phones richten sich an Verbraucher, die nicht gewillt sind, ein Smartphone für einen hohen Preis zu kaufen, die aber mehr Funktionen als bei einem herkömmlichen Mobiltelefon nutzen wollen. Feature Phones können als Vorläufer für Smartphones und Nachfolger von Mobiltelefonen, mit denen lediglich Telefonate und SMS möglich sind, betrachtet werden. Sie bieten ihren Nutzern je nach Modell verschiedene Multimedia-Funktionen, eine Kamera und einen Internetzugang – sie unterstützen jedoch keine nativen Apps und werden meist mit reduzierten, proprietären Betriebssystemen ausgestattet.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Bereits Ende der Neunziger Jahre gab es Mobiltelefone, die Emails abrufen, im Internet surfen oder Zusatz-Anwendungen nutzen konnten. Insbesondere in Japan waren Feature Phones populär. Diese Modelle ebneten den Weg für spätere Smartphones, da sie schon mit Funktionen verfügbar waren, die später bei Smartphones zum Einsatz kamen. Beispielsweise I-Mode. Zum größten Teil waren diese Telefone auf den japanischen Markt zugeschnitten und konnten nur im Rahmen von japanischen Netzwerk Standards und Anwendungen benutzt werden. Zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang vor allem der Internetzugang über die I-Mode-Technologie, die später durch WAP, UMTS, HSDPA und LTE abgelöst wurde. Aus diesem Grund werden Feature Phones mitunter auch als WAP-Handys bezeichnet.[1]

Nichtsdestotrotz bedienen Feature Phones die Ansprüche von bestimmten Käuferschichten, indem sie zusätzliche Funktionen anbieten, aber vom Preis her eher im niedrigen Segment angesiedelt sind. In Ländern, in denen Internetkonnektivität und hohe Datenübertragungsraten nicht überall gegeben sind, sind sie deshalb besonders weit verbreitet. Hier würde der Funktionsumfang eines Smartphones nicht nutzbar sein, weil die Rahmenbedingungen nicht dazu passen. Entsprechend hoch sind die Verkaufszahlen von Feature Phones in Ländern, deren Märkte aus Sicht der Technologie-Hersteller noch nicht gesättigt sind und als neue Märkte beschrieben werden.

Nokia und Motorola hatten zwar die Smartphone-Entwicklung verpasst, aber im Bereich von Feature Phones galten sie jahrelang als Marktführer. Zumal erst im Jahr 2013 die Verkäufe von Smartphones die von Feature Phones überholten.[2] Mit der Herstellung von günstigen Smartphones wurden Feature Phones zumindest teilweise verdrängt. Mittlerweile werden sie mit negativer Konnotation auch Dumbphones genannt, um sie den Smartphones im Hinblick auf den Funktionsumfang gegenüberzustellen.[3] Gleichwohl bleiben sie eine Alternative für Nutzer, die nur sporadisch die höherwertigen Funktionen von Smartphones verwenden und für dieses Nutzungsverhalten einen nicht allzu hohen Preis zahlen möchten.[4]

Funktionsweise von Feature Phones[Bearbeiten]

Features Phones bauen auf herkömmlichen Mobiltelefonen auf und erweitern sie um verschiedene Funktionen. Eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale ist das Betriebssystem. Während in Smartphones zum Beispiel Android, IOS oder Windows Phone als Systeme verwendet werden, kommen in Feature Phones Systeme wie Symbian, Brew oder auf Java ME basierende Varianten zum Einsatz. Diese Betriebssysteme weisen einen deutlich reduzierten Funktionsumfang auf, wenn man sie mit Systemen von Smartphones vergleicht.[5] Dadurch ist auch das Ausführen von Drittanbieter-Apps nur mit speziellen APIs möglich, die an das proprietäre System eines Feature Phones angepasst werden müssen.

Die Integration von Apps auf die Soft- und Hardware von Feature Phones ist das zweite wichtige Unterscheidungsmerkmal: Bei Feature Phones ist es üblicherweise nicht möglich, eine App herunterzuladen und zu installieren, weil das reduzierte, firmeneigene Betriebssystem dies nicht vorsieht. Der Quellcode des Systems ist nur dem Hersteller bekannt und freie Entwickler können keine Apps für das System programmieren. Zudem gab es stets Schwierigkeiten bei der Anbindung von APIs, die aber essentiell für zusätzliche Funktionen und Drittanbieter-Software ist. Das heißt, dass Feature Phones im Hinblick auf ihre Systemarchitektur die Unterstützung von nativen Apps unter Umständen nicht gewährleisten können.

Aktuellere Feature Phones sind oft dennoch in der Lage, bestimmte höherwertige Funktionen abzudecken. So können sie je nach Produkteigenschaften als PDA, portabler Mediaplayer oder Mobile Gaming Gerät dienen. Die meisten Feature Phones bieten einen Internetzugang, GPS Navigation und eine Kamera an; einige Modelle sind auch mit Touchscreens, Social Media Integration oder sogar Mobile Payment ausgestattet. Auch die Erweiterung der Speicherkapazität durch zusätzliche Speicherkarten ist häufig möglich. Somit sind diese Nischen-Handys durchaus eine günstige Alternative zu Smartphones mit vollem Funktionsumfang für Multimedia, Internet und Apps.[6]

Praxisbezug[Bearbeiten]

Feature Phones unterstützen zwar keine CSS-Medienabfragen, aber die Bereitstellung von Website-Inhalten für diese Endgeräte und für Google ist dennoch möglich. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Optionen:

  • Dynamische Bereitstellung: In diesem Fall erfolgt die Umsetzung genauso wie bei Smartphones, indem der User Agent abgefragt wird. Die Website teilt im Header der HTTP-Antwort dem abfragenden Endgerät mit, um welchen User Agent es sich handelt. Für Feature Phones ist der Googlebot Mobile zuständig. Die User Agent Strings werden abgeglichen und die Inhalte für das jeweilige Endgerät geladen. Beim sogenannten User-Agent-Sniffing treten allerdings häufig Fehler auf. Die Hilfeseiten von Google helfen dabei, dies zu vermeiden.[7]
  • Separate URLs: Für jedes Endgerät (dezidierte URL) oder für zusammengefasste Gerätegruppen (URL für Desktop und alle Mobilgeräte; oder URL für Feature Phones und andere Geräte) wird eine eigene URL verwendet. Google benötigt Informationen darüber, wie diese verschiedenen Inhaltsseiten zusammenhängen. Deshalb werden sie entsprechend der gewählten Konfiguration mit rel=“alternate“ und rel=“canonical“ annotiert.[8] Falls es eine eigene URL für Feature Phone Inhalte gibt, ist auch die Erzeugung einer Sitemap sinnvoll.[9]

Bedeutung für das Mobile Marketing[Bearbeiten]

Die Bedeutung von Feature Phones für das Mobile Marketing hat seit dem Jahr 2013 sicherlich abgenommen.[10] Zwar sind nach wie vor viele Geräte im Umlauf und insbesondere in neuen Märkten sind Feature Phones beliebt. Aber aus Sicht des Mobile Marketing nehmen Feature Phones wahrscheinlich ein Nischendasein ein. Die Entwicklung der Verkaufszahlen von Smartphones ist zu rasant, als das sich große Investitionen in das Feature Phone Marketing hier lohnen würden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich Strategien wie SMS Marketing oder gezielte Mobile Marketing Aktionen und Kampagnen für Feature Phones nicht generell amortisieren können.[11] Die Zielgruppe ist in diesem Kontext ausschlaggebend: In einigen Ländern verschiebt sich das Nutzungsverhalten nur langsam in Richtung Smartphones. In neuen Märkten nutzen beispielsweise mehr junge Leute Feature Phones als Smartphones. In westlichen Industrieländern ist das Gegenteil der Fall. Ob und inwiefern sich das Mobile Marketing für Feature Phones lohnt, ist von der Zielgruppe, dem Markt und dem Nutzungsverhalten abhängig. Bei größtmöglicher Reichweite sollten natürlich alle Endgeräte in Betracht gezogen werden – und je nach Telefonmodell sind unterschiedliche technische Gegebenheiten zu beachten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In Japan, People Are Flipping Out Over The Flip-Phone (Galapagos Phone): What's Old Is New Again forbes.com. Abgerufen am 13.04.2016
  2. Smartphones outsell feature phones (again) for the first time, worldwide arstechnica.com. Abgerufen am 13.04.2016
  3. dumbphone oxforddictionaries.com. Abgerufen am 13.04.2016
  4. Feature-Phone areamobile.de. Abgerufen am 13.04.2016
  5. Feature Phone phonescoop.com. Abgerufen am 13.04.2016
  6. The 411: Feature phones vs. smartphones cnet.com. Abgerufen am 13.04.2016
  7. Dynamische Bereitstellung developers.google.com. Abgerufen am 13.04.2016
  8. Feature-Phones developers.google.com. Abgerufen am 13.04.2016
  9. Feature phone sitemaps support.google.com. Abgerufen am 13.04.2016
  10. Gartner Says Annual Smartphone Sales Surpassed Sales of Feature Phones for the First Time in 2013 gartner.com. Abgerufen am 13.04.2016
  11. Why Mobile Internet Marketing Matters theblogpress.com. Abgerufen am 13.04.2016

Weblinks[Bearbeiten]