Google Videos

Google Videos ist heute eine eigenständige Vertical Search der Google Inc.. Ursprünglich war Google Videos ein Dienst, der Hosting und Providing von Suchergebnissen der Video-Suche im Netz bereitstellte. Heute übernimmt YouTube, das zu Google gehört, die Hosting-Funktion.

Geschichte

Im Jahr 2005 führte Google eine Videosuche mit dem Namen Google Videos ein. Nur ein Jahr später kaufte das Unternehmen die Videoplattform YouTube. 2007 konnten User über Google Videos nach Videomaterial suchen, das die Crawler des Suchmaschinenproviders auf anderen Videohosting-Plattformen wie YouTube fanden und das User selbst auf die Server von Google hochgeladen hatten. Die Möglichkeit des Videouploads beendete Google 2009 wieder. Zwei Jahre später wurde die Migration von Google Videos in die YouTube-Plattform durchgeführt. Das Projekt Google Videos als Hoster wurde im August 2012 schließlich eingestellt. Übrig blieb die vertikale Suchfunktion „Google Videos“ innerhalb des Produktportfolios. Mittlerweile kann der Googlebot Videos nicht nur auf speziellen Videoplattformen crawlen, sondern auch von gewöhnlichen Websites oder Online-Shops indizieren.

Die Entwicklung zur Videosuchmaschine

Google baute seine eigene Videoplattform kontinuierlich aus, mit dem Ziel ein riesiges Videoarchiv zu schaffen. Geplant waren auch die Distribution von Kinofilmen und weiterem professionell produzierten Filmmaterial. Der Konzern selbst kümmerte sich zusätzlich um die Bereitstellung von hochwertigen Videoclips mit Akteuren aus dem Hochschulwesen. Darüber hinaus sendeten einige US-Sender beliebte Serien über Google Videos.

2009 startete Google den Google Video Store, wo Kunden Filme kostenpflichtig downloaden konnten. Allerdings wurde auch dieses Projekt eingestellt. Heute können Filme über die Google Play-Plattform heruntergeladen oder gestreamt werden.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Suchmaschine für Videos war die Übernahme von YouTube durch Google Inc. YouTube war damals sehr beliebt und Google hauptsächlich für seine Eigenschaft als Suchmaschine bekannt. Dies könnte u.a. auch ein Grund dafür gewesen sein, dass man sich innerhalb des Unternehmens dazu entschloss, die Marke YouTube aufzubauen und die Funktionalität des Portals weiter auszubauen.

Video Distributionsmethoden

Innerhalb der digitalen Rechte-Verwaltung (DRM für Digital Rights Management) bietet Google mehrere Möglichkeiten an, Videos hoch- und herunterzuladen. Wichtig dabei sind der rechtliche Rahmen und das jeweilige Format des Videos.

  • Website video.google.com: War die Erste Adresse für eine Videosuche – direkt hier konnten Videos von Nutzer angeschaut und heruntergeladen werden. Das Hochladen konnte in verschiedenen Formaten erfolgen. Seit 2009 ist die Plattform YouTube an die Stelle von Google Videos getreten. [1]
  • GVI: GVI war ein Format, dass die bekannten AVI-Dateien um bestimmte Google Auszeichnungen erweitert. Mittlerweile wurde das Format und der dazugehörige Player von Google eingestellt. Aktuelle Player behandeln ein GVI-Video wie eine AVI-Datei.
  • Flash: Flash ist das Standardformat bei Google Videos. Jedes Video erhält eine eigene Adresse in Form von:
    http://video.google.com/videoplay?docid=<video id>

Permalinks auf diese Videos zu setzen, ist ebenfalls möglich. Es wird ein URI verwendet.

  • AVI und MPEG4: Um Videos von Google Videos herunterzuladen oder anzuschauen, werden auch AVI und MPEG-Formate zur Verfügung gestellt. Das ist allerdings vom Endgerät des Nutzers abhängig. Insbesondere Ipods oder mobile Endgeräte verwenden MPEG, während ein PC ein AVI-Format nutzt.
  • Drittanbieter: Rechtlich kritisch sind Drittanbieter, die Google Videos herunterladen, um sie auf dem Rechner des Nutzers zu speichern. Denn Google hat seine DRM-Richtlinien exakt so ausgearbeitet, dass man Google Produkte oder kompatible Formate verwenden muss. Daneben besteht ggf. eine Verletzung des Urheberrechts, wenn heruntergeladene Inhalte weiter verbreitet werden.

Mittels RSS-Feeds können die Ergebnisse einer Google Video Suche in einem RSS-Format betrachtet werden. Man hängt einfach &output=rss an die bestehende URL der Suche.

Bedeutung für das Online Marketing

Die vertikale Suchmaschine Google Videos und die Plattform YouTube bieten für das Online Marketing verschiedene Möglichkeiten, Marken, Produkte oder Kampagnen zu bewerben. Sowohl große als auch kleine Unternehmen können in ihrem Bereich oder ihrer Nische bestimmte Arten von Video-Inhalten erstellen, um auf sich aufmerksam zu machen. Zu nennen wären hier Webinare, Video-Podcasts und kreative Videos, die bestimmte Merkmale von Marken, Produkten oder Kampagnen in den Vordergrund rücken.

Während eine suchmaschinengerechte Auszeichnung der Daten in der SEO im Vordergrund steht, geht es beim Marketing um Inhalte und einen ersten Anreiz für Nutzer. Dieser Anreiz soll das Interesse seitens der Nutzer erhöhen und sie davon überzeugen, dass eine bestimmte Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung ihren Ansprüchen gerecht wird.

Um solche Inhalte zu vermarkten, können auch andere Google-Produkte wie zum Beispiel AdWords verwendet werden: So können auf bestimmte Keywords Anzeigen geschaltet werden, um auf Content hinzuweisen – auch wenn das nur für spezielle Arten von Content finanziell Sinn macht. Interessant für größere Unternehmen ist vor allem das Remarketing. Denn wenn innerhalb einer Google Plattform Nutzer nach Video-Inhalten suchen, werden sie automatisch durch das Webprotokoll von Google getrackt. Diese Daten können als Input für das Remarketing verwendet werden.

Anhand der Informationen können entsprechende Anzeigen geschaltet werden, die letztendlich eine Konversion oder einen Lead zur Folge haben können. Video-Inhalte sind also nicht nur ein Mittel, um Branding zu betreiben, sondern können auch als Teil des Vertriebs gesehen werden – wobei dies als Inbound- oder auch Permission Marketing realisiert werden kann.

Google Videos und SEO

Die Bedeutung der Universal Search wird für SEOs in aller Welt immer größer. Denn Suchergebnisse bestehen spätestens seit der Einführung von Google OneBox und Knowledge Graph nicht mehr nur aus den organischen SERP mit Snippet, Linktitel und Link zum Webangebot, sondern werden von Google sukzessive um weitere Informationen angereichert. Eine Suchmaschinenoptimierung, die auf einer möglichst großen Diversität bezüglich der Sichtbarkeit einer Website basiert, sollte auch die Optimierung über Videos nicht außer Acht lassen. Hierbei spielen sicherlich die auf der YouToube-Plattform gehosteten und über iframes auf der eigenen Website eingebundenen Clips eine Rolle. Aber auch eigene Flash-Filme können mittlerweile von den Google-Crawlern indiziert werden.

Wer zusätzlich im Bereich Snippet-Optimierung arbeitet, kann Videos auf seiner Seite mit Markups versehen. Ziel ist es also, nicht unbedingt in der Google-Videos-Suche vorn platziert zu sein, sondern der Suchmaschine auch mit Videos ein möglichst breites Spektrum an Informationen rund um ein spezifisches Themenfeld zu liefern. Über das Produkt Google Videos verfügt der Konzern aus Mountain View über die nötigen Ressourcen und Techniken, um Videomaterial in sämtlichen Formaten im Web zu finden.

Einzelnachweise

  1. Spring cleaning in summer. googleblog.blogspot.de. Abgerufen am 07.06.2014.

Weblinks

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