Core Web Vitals

Im Mai 2020 hat Google die Einführung einer Reihe von Metriken angekündigt, die die User Experience einer Website bewerten sollen, sogenannte Core Web Vitals[1]. Diese Parameter gelten als ausschlaggebende Faktoren für eine gelungene User Experience und werden künftig in die Suchmaschinenoptimierung integriert. Hierfür hat Google Indikatoren festgelegt, die ab 2021 offizielle Rankingfaktoren werden. Ziel der Einführung der Core Web Vitals ist es, die Usability von Webseiten effizienter zu machen, indem die Navigation für die User vereinfacht wird, sowie der Nutzen für die Besucher in den Vordergrund gerückt wird.


Was sind Web Vitals und Core Web Vitals?[Bearbeiten]

Unter Web Vitals versteht man ein Set aus folgenden Standardparametern[2]:

Mit Hilfe dieser Web Vitals wird die Qualität der User Experience auf einer Website gemessen. Die sogenannten Core Web Vitals sind Teil dieser Gesamtheit von Metriken. Google stuft diese Core Web Vitals als die fundamentalsten Indikatoren unter allen Web Vitals ein. Sie bestehen aus 3 Parametern, die zur Messung von Page Speed und User Interaktion angelegt werden. Damit sind die Core Web Vitals eine Art Untergruppe aller Faktoren, die Teil von Googles “Page Experience Score” sein werden, der dazu dient, die Gesamt-UX einer Website einzustufen.


Page Experience[Bearbeiten]

Die Page Experience wird ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren sein, die Google für wichtig für eine gelungene User Experience hält. Darunter etwa:

Und nun, ab 2021, eben auch die Core Web Vitals:

  • Largest Contentful Paint (LCP)
  • Cumulative Layout Shift (CLS)
  • First Input Delay (FID)

Man kann davon ausgehen, dass diese 3 Faktoren künftig wohl den größten Anteil an der Zusammenstellung des Page Experience Scores haben werden. Dieser wiederum ist aber nicht alleiniger Rankingfaktor. Das bedeutet, ein guter Page Experience Score wird eine Website nicht automatisch auf Platz 1 der SERPs bringen.


Largest Contentful Paint[Bearbeiten]

Der LPC abgekürzte Largest Contentful Paint misst, wie lange eine Seite aus Usersicht braucht, um zu laden. Das bedeutet, die Zeit vom Klick auf den Link bis zur Sichtbarkeit des größten Teils des Contents auf dem Monitor.

LPC unterscheidet sich von anderen Page Speed Messtechniken, indem es die Dauer explizit aus Anwendersicht misst. Andere Metriken wie der First Contextual Paint (FCP) oder Time To First Byte (TTFB) berücksichtigen nicht notgedrungen, wie es für einen User ist, eine Website zu öffnen.

Ein besserer LCP Score kann etwa durch Maßnahmen wie die Entfernung unnötiger Skripte von Drittanbietern, dem Einrichten von Lazy Load oder dem Entfernen datenreicher Elemente erzielt werden.


Cumulative Layout Shift[Bearbeiten]

Der Cumulative Layout Shift, abgekürzt auch CLS, misst die Layout-Stabilität während des Ladens. Gibt es auf einer Website also sichtbare Elemente, die während des Ladevorgangs ihre Position ändern oder sonstige spontane Veränderungen im Layout, resultiert das in einem hohen CLS Score.

Der CLS errechnet sich durch die Multiplikation der Impact Fraction und der Distance Fraction[3]:

CSL Score = Impact Fraction * Distance Fraction

Die Impact Fraction misst den Platz, den ein instabiles Element im sichtbaren Bereich des Browserfensters zwischen zwei Frames einnimmt, besteht seinerseits also aus zwei Faktoren. Einmal aus dem Wert, den das Element vor der Änderung seiner Position einnimmt und einmal aus dem Wert, den das gleiche Element nach dem Shift einnimmt. Aus diesen beiden Werten ergibt sich in Prozent die Impact Fraction.

Die Distance Fraction beschreibt Entfernung, die das instabile Element im Rahmen seiner horizontalen und vertikalen Positionsänderung(en) zurückgelegt hat. Dieser Wert wird dann respektiv durch die Breite oder Höhe, je nachdem, welcher Wert größer ist, des Browserfensters dividiert. Auch das Ergebnis der Distance Fraction wird immer in Prozent angegeben.

Der CLS ist schließlich das Produkt dieser beiden Komponenten und sollte, für eine gute User Experience, immer unter 0,1 liegen.

Das Ziel des Cumulative Layout Shifts ist es, Usern eine möglichst stabil ladende Website anzubieten, damit die Anwender nicht neu nach Links, Bildern oder Feldern suchen müssen, wenn die Seite vollständig geladen ist oder aus Versehen falsch klicken. Auch für den CLS hat Google bestimmte Kriterien festgelegt[4].


First Input Delay[Bearbeiten]

Technisch betrachtet misst das First Input Delay, FID, eigentlich die Zeit, die vergeht, bevor auf einer Website irgendeine Interaktion stattfindet. Von dieser Warte aus betrachtet handelt es sich also um einen Page Speed Score. Das FID geht allerdings einen Schritt weiter und beschreibt die Zeit, die zwischen der ersten User-Interaktion auf einer Website und der Browserreaktion auf diese Interaktion, vergeht. Die Zeitmessung beginnt also beispielsweise mit dem Klick eines Users auf einen Link und endet in dem Moment, in dem der Browser diesen Request verarbeitet hat und die entsprechende Weiterleitung öffnet.

Für Google ist zur Einschätzung des FID Scores lediglich die Verzögerungszeit der ersten Interaktion, darum First Input Delay (deutsch etwa: Ersteingabeverzögerung) ausschlaggebend. Denn dieses erste Signal gibt dem User bereits Aufschluss über die Antwortkapazitäten der Website und formt dessen unmittelbaren Eindruck über die Gesamtqualität und -stabilität der Navigation.

Bis heute treten die meisten Probleme der Interaktivität einer Website während des Ladens auf. Etwa, weil der Code zu kleinteilig ist oder zu viel JavaScript geladen wird. Für einen userfreundlichen FID Score sollte es dem Anwender innerhalb von 100 Millisekunden möglich sein, mit der Seite zu interagieren. Für eine rein Content-basierte Seite wie für einen Blog oder eine Newsseite dürfte ein guter FID Score leicht zu erreichen sein. Denn die einzige Interaktion, die als First Input verstanden werden kann, ist bei solchen Seiten üblicher Weise das Scrollen. Für Landing Pages zur Anmeldung, bei Bezahlschranken oder Login-Seiten und ähnlichen Angeboten, bei denen User schnell weiter navigieren müssen oder sollen, kann das FID aber ein wichtiger Rankingfaktor werden. Dort ist dann nicht die Ladezeit des Contents unmittelbar wichtig, sondern vielmehr, wie schnell man mit der Eingabe seiner Login-Daten beginnen kann.

Zur Verbesserung des FID Scores kann man den Einsatz von JavaScript reduzieren oder es ganz deaktivieren, unwichtige Skripte von Drittanbietern entfernen und einen Browsercache verwenden.


Core Web Vitals Messung[Bearbeiten]

Wie alle Metriken, die die Performance einer Website einordnen, kann man auch die Core Web Vitals mit der Google-Anwendung PageSpeed Insights oder in der Search Console messen. Einfacher und effizienter geht es mit der Ryte Suite. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass mit PageSpeed Insights jede URL einzeln untersucht werden muss, wohingegen mit der Ryte Suite die gesamte Domain samt aller Unterseiten innerhalb einer gesamthaften Analyse überprüft werden kann.

Die Einordnung des LCP Scores erfolgt im Regelfall in jedem Messverfahren in drei Kategorien: Gut, Verbesserungswürdig und Schlecht. Um Web-Administratoren dabei zu unterstützen, ihre LCP, CLS und FID Scores zu optimieren, hat Google eigene Richtlinien herausgegeben[5], [6], [7].


Core Web Vitals Optimierung[Bearbeiten]

Google empfiehlt für verbesserte Core Web Vital Werte und damit einhergehend eine verbesserte User Experience, alle Metriken, die in der Search Console mit “poor” (d.h. schlecht) ausgewiesen werden, zu überarbeiten:

  • die Webseitengröße auf maximal 500 KB reduzieren,
  • den Quellcode verschlanken,
  • Google AMP anwenden.

Um alle Parameter zu messen und Benutzerdaten echter User zu sammeln, hat Google eine neue JavaScript Library und entsprechende APIs angelegt. Mit der Einführung der Core Web Vitals betont Google nochmals die Bedeutung von leicht und schnell zu navigierenden Websites – speziell bei Zugriffen über mobile Endgeräte.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Evaluating page experience for a better web Google Webmaster Central Blog. Abgerufen am 3.11.2020
  2. In Kürze in der Ryte Suite: Der neue Web Vitals Report Ryte Produkt Insights. Abgerufen am 3.11.2020
  3. Cumulative Layout Shift: Improve Core Web Vitals CLS Score StanVentures. Abgerufen am 3.11.2020
  4. Cumulative Layout Shift (CLS) Google Developers. Abgerufen am 3.11.2020
  5. Optimize Largest Contentful Paint (LCP) Google Developers. Abgerufen am 6.11.2020
  6. Optimize First Input Delay (FID) Google Developers. Abgerufen am 6.11.2020
  7. Optimize Cumulative Layout Shift (CLS) Google Developers. Abgerufen am 6.11.2020


Weblinks[Bearbeiten]