Linkmaskierung

Linkmaskierung (auch: URL-Maskierung, engl. link masking oder link cloaking) beschreibt eine Methode, um die tatsächliche Darstellung eines Links zu verfremden. Wird Linkmaskierung auf einer Website eingesetzt, ändert sich die URL nicht, egal, welche Unterseite ein User anklickt. Es gibt verschiedene Gründe, von Linkmaskierung Gebrauch zu machen. Meist kommt die Technik im Affiliate-Bereich zum Einsatz, wo man dann auch von URL-Rewriting[1] spricht.


Abgrenzung zum Cloaking[Bearbeiten]

Beim Cloaking werden dem Webseitenbesucher andere Inhalte angezeigt, als dem Crawler der Suchmaschinen. Die Technik widerspricht den Webmaster-Richtlinien von Google und kann zu einem Ausschluss aus dem Index führen.

Anders die Linkmaskierung. Dabei werden aus dem Originallink überflüssige Parameter entfernt. Der Content, den man über den maskierten Link erreicht, bleibt jedoch der gleiche, der dem Nutzer auch angezeigt würde, würde er den ursprünglichen Link anklicken. Auch der Crawler bekommt den gleichen Inhalt angezeigt, wie der User. Darum ist Linkmaskierung eine akzeptierte Praxis.


Anwendungsgebiete[Bearbeiten]

Es ist durchaus möglich, Linkmaskierung auf der eigenen Website oder dem eigenen Blog anzuwenden. Dabei verweist die Domain auf einen Browser mit einem Frame, in dem die Website angezeigt wird. Egal, welche Unterseite ein Nutzer nun besucht oder anklickt, die URL in der Adresszeile bleibt gleich. Die URL maskiert also die eigentliche Adresse der Seite und zeigt einem Nutzer weiterhin die Startseiten-URL an, auch wenn dieser sich auf einer Unterseite, etwa dem Kontaktformular oder dem Impressum, befindet.

Häufiger wird Linkmaskierung aber in anderen Bereichen angewandt:

  • um Affiliate-Links zu verbergen und sich so einerseits vor Affiliate Hijacking zu schützen, andererseits keinen PageRank an den Affiliate-Partner zu leaken.[2]
  • um aus langen, kryptischen Links kurze, lesbare Permalinks zu machen.
  • um ausgehende Klicks und Statistiken zu tracken und zu analysieren.


Methoden[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Links zu maskieren. Je nachdem, welches Ziel mit der Linkmaskierung erreicht werden soll, empfehlen sich unterschiedliche Lösungen mal mehr, mal weniger.

Im Bereich der Affiliate-Linkmaskierung kommen vielerorts Link Management-Plugins zum Einsatz. Diese ermöglichen nicht nur die individuelle Linkmaskierung, sondern sind meist mit weiteren Verwaltungsoptionen ausgestattet. So lassen sich die Links der Übersichtlichkeit wegen etwa in Gruppen kategorisieren, der Affiliate-Linktraffic und die CTR messen, die Nofollow-Attribuierung automatisieren sowie Daten über die User sammeln, die die Links angeklickt haben. Zu guter Letzt versprechen sich Affiliate Marketer von einer Linkmaskierung höhere Klickzahlen und Käufe, weil Seitenbesucher einem als eigene URL getarnten ausgehenden externen Link höheres Vertrauen schenken.[3]

Im Grunde genommen erstellen solche Plugins Redirects, die natürlich auch händisch in die HTML-Syntax einer Website integriert werden können. Möglich ist die Implementierung entsprechender Code-Snippets zur Maskierung von Affiliate-Links im HTML-Kopfbereich, im Header, aber auch in der htaccess-Datei. Die manuelle Alternative zu den Plugins hat den Vorteil, dass ein Seitenadministrator sicher sein kann, dass die Weiterleitung über den Status Code 301 erfolgt. Dieser Code signalisiert Google, dass der gesuchte Content dauerhaft über eine andere Adresse abrufbar ist. Alternativ können die Code-Zeilen um das Meta TagNoindex“ erweitert werden. Damit wird den Crawlern die Indexierung der betroffenen URLs untersagt.

Zur Kürzung und besseren Lesbarkeit von Links werden indes oft sogenannte Linkshortener verwendet, die die URL-Länge auf ein für den Suchmaschinen-Crawler und den User nützliches Maß beschränken.

Eine dritte Möglichkeit zur Linkmaskierung stellt der Einsatz eines Post-Redirect-Get-Patterns (kurz: PRG) dar. Dieser soll verhindern, dass irrelevante Seiten wie Impressum oder verlinkte Social-Media-Kanäle indexiert werden, die so Linkjuice von relevanten Content-Seiten abgreifen. In diesem Fall wird statt dem gewohnten Anker ein

<form>Element verwendet, um Links für die Suchmaschine zu maskieren, während sich für den Nutzer an der Navigation nichts ändert.</form>


Kritik und Probleme[Bearbeiten]

  • Durch die Linkmaskierung können Nutzer die direkte URL der Unterseiten nicht erkennen, die sie besuchen. Das heißt, sie können keine Lesezeichen zu den maskierten URLs setzen und die Permalinks auch nicht teilen. Ebenso wenig können direkte Backlinks zu den über maskierte URLs erreichbaren Unterseiten gesetzt werden. Solche eingehenden Links sind aber ein wichtiger Off-Page SEO-Faktor für das Ranking einer Website.
  • Maskierte Links können sich negativ auf die Position einer Website in den SERPs auswirken. Weil Websites mit maskierten URLs auf Servern mit komplett anderen Adressen gehostet werden, werden die Suchmaschinen ihre Crawler diese Server durchsuchen lassen. Suchmaschinen strafen Websites mit getarnten URLs aktiv ab, weil sie ihnen oft Duplicate Content signalisieren. Diese Problematik kann mit einem 301 Redirect umgangen werden.
  • Für User kann eine URL-Maskierung auch eine Sicherheitslücke darstellen. Denn oft verstecken sich hinter Linkmaskierungen Phishing-Websites und Malwares. Auch zum Clickjacking wird oft Linkmaskierung angewandt. Zweifelhafte Praktiken wie diese verursachen bei versierten Nutzern Skepsis, sobald sie es mit maskierten Links zu tun haben.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] it-visions.de. Abgerufen am 21. August 2019.
  2. [2] yoast.com. Abgerufen am 21. August 2019.
  3. [3] thirstyaffiliates.com. Abgerufen am 21. August 2019.

Weblinks[Bearbeiten]